Wärme

Papierhersteller heizt Osnabrückern ein

Die Stadtwerke Osnabrück kooperieren bei der Wärmewende mit dem ortsansässigen Papierhersteller Kämmerer, sowie dem Ingenieurbüro Energethik. Das gemeinsame Ziel: Industrielle Abwärme nutzbar machen.
14.06.2024

Haben eine Absichtserklärung für eine gemeinsame Wärmepartnerschaft unterzeichnet (v. l.): Kämmerer-Geschäftsführer Jürgen Oess, Energethik-Geschäftsführer Robert Wasser, Stadtwerke-Vorstandsvorsitzender Daniel Waschow sowie SWO-Netz-Geschäftsführer Tino Schmelzle.

Mehr als 60 GWh Wärme fallen jedes Jahr beim Osnabrücker Papierhersteller Kämmerer an, ohne dass sie für die Wärmeversorgung der Stadt genutzt werden. Das soll sich jedoch bald ändern: Hierzu kooperiert das Unternehmen mit den Stadtwerken Osnabrück und dem Projektentwickler Energethik.

Die drei Geschäftspartner haben eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, wonach die vorhandene Abwärme aus der Papierfabrik künftig zur Wärmeversorgung genutzt werden soll. Im ersten Schritt geht es nun darum, zu prüfen, ob und wie die Abwärme für Wärmenetze genutzt werden kann. Die Stadtwerke Osnabrück betreiben im näheren Umfeld bereits zwei Nahwärmenetze, die künftig von der Papierproduktion versorgt werden könnten.

Abwasser-Wärme als nächstes Etappenziel

Während sich die Stadtwerke um die Netzinfrastruktur kümmern und Kämmerer die Rolle des Abwärme-Lieferanten übernimmt, wird die Energethik Ingenieur-Gesellschaft und ihre Tochter Friedensenergie die Wärmeversorgung und den Bau eines Speichers und der Erzeugungsanlagen übernehmen. Neben unvermeidbarer industrieller Abwärme soll die Wärmeversorgung in der Stadt künftig über weitere Erneuerbare-Quellen gedeckt werden.

Die Stadtwerke prüfen derzeit die Einbindung des Klärwerks Eversburg in das Wärmenetz. „Wir verstehen uns als Gestalter der Wärmewende in Osnabrück und freuen uns daher sehr, gemeinsam mit Partnern vor Ort an konkreten Lösungen zu arbeiten. Wir werden hier vor allem unsere Stärken im Vertrieb, aber auch beim Thema Infrastruktur einbringen können“, sagt Stadtwerke-Vorstandsvorsitzender Daniel Waschow abschließend. (lm)