Bild: © Florian Methe/pixelio.de

Nach einem Marktrückgang von 75 Prozent in den letzten zehn Jahren gibt es erstmals wieder eine gestiegene Nachfrage nach Solaranlagen zur Wärmeerzeugung. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie der Solar- und Heizungsindustrie. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) führt die Entwicklung auf gewachsenes Klimaschutzbewusstsein zurück. Um einen klimapolitischen Beitrag leisten zu können, müsste der Absatz von Solarwärmesystemen aber deutlich steigen, schreibt der Verband.

Mit der aktuellen Entwicklung würde die Bundesregierung nicht in der Lage sein, die Klimaschutzziele im Wärme- und Gebäudesektor zu erreichen. Wirksame Maßnahmen zur Vervielfachung der Solarwärme-Nutzung im Raum-, Prozess- und Fernwärmesektor müssten nun entwickelt werden. Bis 2030 ist eine CO2-Reduktion von rund 40 Prozent gegenüber 2018 geplant. Gemäß der "Energieeffizienzstrategie Gebäude" der Bundesregierung erfordert dies eine Verdrei- bis Versiebenfachung der jährlich installierten Solarthermie-Leistung.

Energiepolitischer Paukenschlag gefordert

"Zwischen Anspruch und Realität klafft eine gewaltige Lücke", erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW. Im Wärmebereich passiere noch viel zu wenig, auch weil erneuerbare Energien immer noch keine fairen Investitionsbedingungen gegenüber fossilen Wärmeträgern hätten. Konkret fordert König "einen Dreiklang aus attraktiveren Förderangeboten, einem sozial abgefederten CO2-Preis und gesetzlichen Mindeststandards für den Einsatz erneuerbarer Energien. Letztere dürfen nicht nur bei Neubauten gelten, sie müssen dringend auf die Heizungssanierung und die Fernwärme ausgedehnt werden."

In Deutschland sind über zehn Mio. Heizungen veraltet, verbrauchen große Mengen an Öl und Gas und sollten schnell ausgetauscht werden, schreibt der Verband. Dem stehen bisher nur rund 2,4 Mio. Solarthermieanlagen gegenüber.

Bürger wünschen sich EE-Heizung

Laut einer Umfrage des BSW würden schon jetzt zwei Drittel der Bevölkerung im Sanierungsfall eine neue Heizung, die mit grüner Energie gespeist wird, bevorzugen – zumindest anteilig und sofern das technisch zumutbar ist. (pm)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper