Preiserhöhungen, die auf intransparenten Mitteilungen beruhen, sind nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW unwirksam.

Preiserhöhungen, die auf intransparenten Mitteilungen beruhen, sind nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW unwirksam.

Bild: © Alfons Ven/AdobeStock

Viele Haushalte in Deutschland müssen sich auf deutlich höhere Heizkosten in diesem Jahr einstellen. Steigende Energiepreise, kühleres Wetter und der neue CO2-Preis führen in diesem Jahr im Schnitt zu 13 Prozent höheren Heizkosten in Häusern mit Erdgas-Heizung, wie die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online am Mittwoch mitteilte. Hervor geht dies aus dem neuen Heizspiegel, der auch vom VKU mit herausgegeben wird. Im vergangenen Jahr waren die Heizkosten noch um fünf Prozent gesunken.
 

Noch teurer wird es 2021 in Häusern mit Ölheizung, wo mit 44 Prozent höheren Kosten gerechnet wird - nach einem Rückgang um 27 Prozent im Vorjahr. Auf Kostensteigerungen im einstelligen Prozentbereich muss sich demnach einstellen, wer mit Fernwärme, Wärmepumpen und Holzpellets heizt.

177 Prozent mehr für Erdgas

Vor allem die Importpreise für Erdgas sind in den vergangenen Monaten extrem stark gestiegen. Im August kostete Erdgas gut 177 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Allein von Juli auf August verteuerte sich Erdgas um gut 18 Prozent. Importiertes Rohöl verteuerte sich auf Jahressicht um fast 64 Prozent. Die Importpreise für Steinkohle haben sich im Vergleich zum August 2020 mehr als verdoppelt. Auch das könnte Folgen für die Haushalte haben, da derzeit etwa 9 Prozent des Stroms in Deutschland mit Steinkohle erzeugt werden.

490 Euro können durch erneuerbare eingespart werden

Langfristiges Planen mit Heizöl und Erdgas werde immer schwieriger, sagte co2online-Geschäftsführerin Tanja Loitz. Sie verwies darauf, dass der in diesem Jahr eingeführte CO2-Preis künftig steige; so will der Bund den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid senken. In diesem Jahr sind pro Tonne CO2 25 Euro fällig, bis zum Jahr 2025 steigt der Preis schrittweise auf 55 Euro. Loitz empfahl Hauseigentümern, den Umstieg auf erneuerbare Energie zu prüfen. Bis zu 490 Euro im Jahr ließen sich einsparen.

"Auch unabhängig von den Kosten sollte nicht unnötig geheizt werden", riet Melanie Weber-Moritz, die Bundesdirektorin des Deutschen Mieterbunds. "Denn ein sparsamer Verbrauch bedeutet gleichzeitig einen Beitrag für den Klimaschutz."

Stadtwerke können Verbraucherinnen und Verbraucher unterstützen

"Das Erreichen der Klimaziele ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Jeder kann seinen Teil dazu beitragen, auch durch richtiges und effizientes Heizen", so VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing zum veröffentlichten Heizspiegel. Und weiter: "Für kommunale Energieversorger zahlt die aktive Nutzung des Heizspiegels in der Kundenkommunikation zudem auf ein klimafreundliches Verhalten der Kundinnen und Kunden ein. "

Stadtwerke können Verbraucherinnen und Verbraucher mit ihren Energiedienstleistungen unterstützen, ihre Energieeffizienz zu verbessern. Seit Anfang 2021 wird CO2 auch im Bereich Wärme über das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) bepreist. Liebing sagt dazu:"„Damit werden Energieeffizienz und der Einsatz erneuerbarer Energien eine noch höhere Bedeutung für das Heizen bekommen. Im Sektor Wärme schlummert noch viel Potenzial, um schädliche Klimagase zu reduzieren."

So setzt sich der Heizspiegelzusammen

Für den Heizspiegel wurden 123 000 Datensätze aus Häusern mit Zentralheizung aus dem Jahr 2020 analysiert. Als Beispielwohnung galt eine 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Knapp jede zweite Wohnung in Deutschland wird nach Daten des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft mit Gas beheizt, jede vierte mit Öl. (gun/dpa)

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