Die Abwärme der Schwarzwaldmilch GmbH im Freiburger Süden bildet die Basis des Projektes. (Symbolbild)

Die Abwärme der Schwarzwaldmilch GmbH im Freiburger Süden bildet die Basis des Projektes. (Symbolbild)

Bild: © Brian Suman/Unsplash.com

Mit industrieller Abwärme aus der Produktion der Schwarzwaldmilch GmbH und indem die bestehenden Heizkraftwerke vernetzt werden, will die BadenovaWÄRMEPLUS in den nächsten vier Jahren ein moderneres Wärmenetz für die beiden südlichen Stadtteile Haslach und Vauban in Freiburg erschaffen. Insgesamt investiert die Badenova 36 Mio. Euro in das Modellvorhaben, welches vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird. Das Ministerium schießt 11,6 Mio. Euro zu.

Das Projekt soll bis September 2024 umgesetzt sein. In der Endphase soll die Wärmeleistung rund 35.000 kW sowie die elektrische Erzeugungsleistung 6300 kW betragen. Im Mittelpunkt steht der Aufbau einer neuen Energiezentrale auf dem Gelände der Schwarzwaldmilch GmbH und dort die Nutzung der industriellen Abwärme aus deren Produktion. Hierbei handle es sich um Niedertemperatur-Abwärme aus dem Abwasser und der Kältetechnik des Unternehmens, welche ansonsten ungenutzt bleiben würde, erläutert Christian Paul, Badenova-Projektleiter auf der dazugehörigen Pressekonferenz.

60 Prozent des Bedarfs können gedeckt werden

Mittels Wärmepumpen wird die Badenova-Wärmetochter diese Abwärme nutzbar machen und auf ein Temperaturniveau von 85 Grad Celsius anheben. Mit den dadurch zur Verfügung stehenden Mengen können bis zu 60 Prozent des ermittelten Bedarfs gedeckt werden. Der Projektleiter ergänzt dabei, wie die Wärmeversorgung sicher gestellt wird: "Wenn wir aus den Rückkühlern der Kältetechnik sowie dem Abwasser die Wärme aufgreifen, hat es auf die Produktion keinen Einfluss und ist von dieser und möglichen Änderungen unabhängiger."

Schwarzwaldmilch-Geschäftsführer Andreas Schneider beruhigt zudem, dass die notwendige Grundlast durch die Produktion und das Unternehmen stets gewährleistet werde. Die Abwärme der Schwarzwaldmilch wird dann in das mit einer neuen Heizzentrale ausgestattete Staudinger-Wärmenetz eingespeist. Da die Menge und Leistung deutlich über dem Bedarf dieses Netzes liegt, soll es in mehreren Schritten erweitert und mit Nachbarnetzen verknüpft werden.

Ein Holzhackschnitzelkessel ist zusätzlich geplant

Weitere regenerative Erzeugungsleistung soll dann über den Zubau eines neuen Holzhackschnitzelkessels im Heizkraftwerk Vauban und mehrerer Blockheizkraftwerke in Haslach und Vauban gesichert werden. Dahinter steckt der Gedanke, diese BHKW flexibel als sogenannte "Kurzläufer" im Sinne der Sektorenkopplung für den Ausgleich von regenerativen Stromschwankungen einzusetzen.

Ein neuer Ansatz besteht zudem in der Verknüpfung der Übergabestationen durch LoRaWAN-Funktechnologie. Dadurch kommuniziert das Netz permanent mit den Kunden und kann deren Bedarfe optimieren und mit der Erzeugung und den Einspeiseleistungen synchronisieren. (gun)

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