Um die Klimaschutzziele der grün-schwarzen Landesregierung in Baden-Württemberg zu erreichen, müssen aus Sicht des Branchenverbands Solar Cluster bis 2030 allein auf Hausdächern täglich rund 140 neue mittelgroße Photovoltaikanlagen installiert werden. Das Landesgesetz alleine werde den Ausbau der Solarstromerzeugung jedoch nicht ausreichend vorantreiben, sagte Geschäftsführer Franz Pöter am Mittwoch in Stuttgart. Nötig seien auch deutlich mehr Photovoltaikanlagen auf Gebäudedächern, die nicht unter das Gesetz fielen. Das Solar Cluster Baden-Württemberg vertritt etwa 50 Unternehmen und Forschungseinrichtungen.
Um beim Ausbau größere Fortschritte zu erzielen, müsse sich die Landesregierung beim Bund für eine angemessene Vergütung der Anlagen einsetzen. Das würde zusätzliche Nachfrage auslösen.
Mindestens 1000 MW pro Jahr
Nach Berechnungen des Branchenverbands sind für die Klimaschutzziele weitere Anstrengungen notwendig. Bei Gewerbegebäuden seien jeden Tag zwei neue 300-Kilowatt-Anlagen erforderlich, bei Freiflächenanlagen im Jahr 30 Solarparks in einer Größe von zehn MW. Insgesamt brauche der Südwesten eine neu installierte Leistung von mindestens 1000 MW pro Jahr.
Baden-Württemberg soll bis 2040 klimaneutral werden - bisher waren 90 Prozent bis 2050 das Ziel. Damit will das Land fünf Jahre schneller sein als der Bund und bis dahin nur noch so viele Treibhausgase ausstoßen wie wieder gebunden werden können. Wer ein neues Haus bauen will, muss vom 1. Mai kommenden Jahres an eine Solaranlage auf seinem Dach installieren lassen. Zudem müssen Hausbesitzer ab 2023 auch bei einer grundlegenden Dachsanierung eine Photovoltaikanlage einbauen lassen. Auf eine Solarpflicht für gewerblich genutzte Gebäude hatten sich Grüne und CDU schon in der vergangenen Legislaturperiode geeinigt, also etwa für Einkaufsmärkte, Bürogebäude und Schulen. Zudem müssen künftig auch auf Parkplätzen ab einer Größe von 35 Stellplätzen Sonnenkollektoren aufgebaut werden - bisher galt das nur für Parkplätze mit 75 Stellplätzen. (dpa/lm)



