Die Technischen Werke Ludwigshafen haben ein schwieriges Geschäftsjahr hinter sich.

Die Technischen Werke Ludwigshafen haben ein schwieriges Geschäftsjahr hinter sich.

Bild: © Nailia Schwarz/AdobeStock

Bis spätestens 2045 will die Stadt Ludwigshafen gemäß den Vorgaben von EU, Bund und Land klimaneutral sein. Um dieses Ziel zu erreichen, rückt jetzt die Wärmeversorgung in den Fokus. Die Wärmeplanung soll die CO2-freie Wärmeversorgung der Stadt abbilden und Auskunft darüber geben, in welchen Stadtteilen, Gebieten und Straßenzügen welches Energieangebot gemacht werden kann. 

Für Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck ist die Wärmeplanung ein wichtiges strategisches Planungsinstrument, um die Stadt in puncto Wärmewende und Klimaneutralität zukunftsfähig und resilient zu gestalten. „Wir wollen den Bürger*innen in Ludwigshafen Orientierung geben und für Klarheit sorgen. Bürger*innen müssen wissen, ob ihr Wohnhaus oder das Mietgebäude bald an ein Fern- oder Nahwärmenetz angeschlossen wird oder welche sonstigen Möglichkeiten und Vorgaben zur Wärmeversorgung bestehen. Nach dem derzeitigen Stand wird es gerade in Einfamilienhausgebieten voraussichtlich unterschiedliche Lösungen geben. Also brauchen Bürger*innen Planungssicherheit und Transparenz", erklärt Steinruck in einer Pressemitteilung.

Vierstufiges Verfahren

Um diese im Interesse der Stadtgesellschaft herzustellen, hat sich die Stadtverwaltung gemeinsam mit den Technischen Werken Ludwigshafen (TWL) auf ein vierstufiges Verfahren verständigt. Die Projektleitung liegt bei der Stabsstelle Klimaschutz des Bau- und Umweltdezernats der Stadtverwaltung. „Es ist richtig und wichtig, dass wir die kommunale Wärmeplanung entschlossen voranbringen. Ich würde mir nun wünschen, dass wir von Bund und Land klare Verfahrenshinweise erhielten, die sowohl den Prozess als solchen als auch Fragen der Konnexität und damit des finanziellen Ausgleichs jetzt und künftig berücksichtigen. Die kommunale Wärmeplanung ist eine große Aufgabe, die es von uns zusätzlich zu allem anderen zu bewältigen gilt", betont Umweltdezernent Alexander Thewalt. 

Wie sieht der Wärmebedarf und -verbrauch aller Gebäude in Ludwigshafen aus? Wie ist es um die Infrastruktur bestellt? Um Fragen wie diese geht es in der Bestandsanalyse, in die auch Informationen über Gebäudetypen, Baualtersklassen sowie die aktuelle Versorgung, etwa aus Gas- und Wärmenetzen einfließen.

Ohne Daten geht es nicht

Im zweiten Schritt stehen die Potenziale zur Senkung des Wärmebedarfs und zur treibhausgasneutralen Versorgung der Gebäude mit Wärme aus erneuerbaren Energien im Fokus. Diese Daten sind die Basis für die anschließenden Szenarien, die beschreiben, wie der künftige Wärmebedarf klimaneutral gedeckt werden kann. Die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung werden dann in einem Plan zusammengefasst, der als Leitfaden für die zukünftige Wärmeversorgung der Stadt dient. 

Selbstverständlich würden diese in den politischen Gremien erörtert und um entsprechende Beschlussfassungen gebeten, betont die OB. Zu dem Verfahren gehöre auch, alle Schritte transparent und verständlich zu kommunizieren und mit der Bürgerschaft in einen Dialog zu treten. Der Stadtverwaltung sei es wichtig, bereits jetzt und frühzeitig in die Wärmeplanung einzusteigen, also noch bevor die entsprechenden gesetzlichen Verpflichtungen greifen. Dadurch könne wichtige Zeit gewonnen werden.

Gebäude modernisieren

Eine weitere zentrale Grundlage für eine wirtschaftliche und bezahlbare zukünftige CO2-freie Wärmeversorgung ist ein möglichst gut sanierter Gebäudebestand in Ludwigshafen.

Die Technischen Werke Ludwigshafen (TWL) bringen ihre langjährigen Erfahrungen mit der kommunalen Energieversorgung in den städtischen Planungsprozess ein und schaffen Transparenz über den aktuellen Zustand der Versorgung des Wärmebedarfes. Das bedeutet konkret: die TWL stellt der Stadt wichtige Daten rund um die Wärmebedarfe in Ludwigshafen zur Verfügung. Dazu gehören Angaben darüber, welche Energieformen bisher genutzt werden, wie hoch der Energiebedarf in einem bestimmten Stadtteil ist, wo der Bedarf gesenkt werden kann und wo es Wärmequellen gibt, die perspektivisch eingesetzt werden können.

Planungsdauer von zwei Jahren

Die Stadt rechnet mit einer rund zweijährigen Planungszeit. Die TWL hat bereits eine verlässliche Datengrundlage erhoben, so dass die kommunale Wärmeplanung zügig in die Potenzialanalyse gehen kann. (amo)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper