Die Stadtwerke Bad Reichenhall haben nach drei Jahren Planungs- und Bauzeit mit einem Festakt den Start ihrer neuen Wärmesparte gefeiert. Herzstück ist die neue innovativen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (iKWK). Neben zwei hocheffizienten Blockheizkraftwerken (BHKW) mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 6,7 MW sorgen zwei große Wärmepumpen mit einer thermischen Gesamtleistung von 3,2 MW für die notwendige Wärmeerzeugung, teilt das Unternehmen mit.
Diese mit Ökostrom betriebenen Wärmepumpen entziehen dem Grundwasser Umweltwärme und erzeugen daraus hochtemperierte Wärme, die in das Fernwärmenetz eingespeist wird. Ein weiteres Element des Systems sind zwei Elektrodenkessel mit einer Gesamtleistung von 2,4 Megawatt – im Prinzip elektrische Tauchsieder im XXL-Format. Sie sind dann im Einsatz, wenn im Stromnetz zu viel Strom vorhanden ist. So kann beispielsweise in lastschwachen Zeiten überschüssiger Wind- oder Solarstrom zur Wärmeerzeugung genutzt werden, anstatt die Leistung von Windparks abzuregeln.
Drei Großwärmespeicher runden Projekt ab
Um Schwankungen im Wärmebedarf abzupuffern und die Anlage optimal betreiben zu können, wurden außerdem drei Großwärmespeicher mit einem Wasserinhalt von insgesamt 750 Kubikmeter installiert. Für extreme Kälteperioden wird zusätzlich ein gasbetriebener Spitzenlastkessel vorgehalten.
Parallel zum Bau der iKWK-Anlage wurde in Bad Reichenhall auch ein rund 5 Kilometer langes Wärmenetz aufgebaut, das in den kommenden Jahren sukzessive erweitert werden soll. Über dieses Netz werden die Kunden unter dem Namen „Saalachwärme“ mit der umweltfreundlichen Wärme versorgt. Die Anlage wird so die CO2-Emissionen für die Wärmeversorgung der Stadt Bad Reichenhall um bis zu 8000 Tonnen pro Jahr reduzieren – das entspricht dem CO2-Ausstoß von rund 6700 Autos der Kompaktklasse mit Verbrennermotor. (gun)



