Die Stadtwerke Lübeck planen den Bau einer großen Solarthermieanlage mit einer thermischen Spitzenleistung von acht MW. Die 1000 Sonnenkollektoren sollen auf einer Fläche von rund 12.500 Quadratmetern auf einer bislang landwirtschaftlich genutzten Fläche an der Autobahn A20 entstehen, heißt es in den „Lübecker Nachrichten“. Das Projekt hatte Ende vergangenen Jahres den Zuschlag der Bundesnetzagentur erhalten und wird vom Bund mit 10 Mio. Euro gefördert. Bis Ende 2024 muss es umgesetzt sein.
Das in der Anlage auf bis zu 90 Grad erhitzte Wasser soll in das Fernwärmenetz des Ortsteils Moisling und einen noch zu bauenden Fernwärmespeicher eingespeist werden. Das Kollektorenfeld deckt zehn Prozent der in Moisling benötigten Wärme ab, mehrere hundert Haushalte könnten künftig von dort mit Solarwärme versorgt. Für die Erzeugung des restlichen Wärmebedarfs in Moisling bleiben auch weiterhin zwei bestehende, gasbasierte Blockheizkraftwerke zuständig.
Zehn Prozent der Lübecker beziehen Fernwärme
Der Kommunalversorger hatte vor zwei Jahren bereits prüfen lassen, ob das größte Fernwärmenetz der Stadt in Sankt Lorenz zu 50 Prozent mit erneuerbaren Energien gespeist werden kann. Die Investitionskosten hätten bei 24 Mio. Euro gelegen. Um das nachhaltig finanzieren zu können, hätten die Fernwärmepreise massiv angehoben werden müssen. Folglich wurde das Projekt wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit verworfen.
Rund zehn Prozent der Lübecker sind aktuell an das Fernwärmenetz der Stadtwerke angeschlossen. Die meisten Haushalte heizen dort mit Gas und Öl. Um diese Heizungen künftig zu ersetzen, favorisiert die Klimaleitstelle von Lübeck unter anderem Großwärmepumpen. Die Stadtwerke arbeiten aktuell an einem eigenen Konzept für eine Wärmewende in der Hansestadt.
Das sind die Säulen des geplanten Wärmetransformations-Konzepts
Wesentliche Bestandteile werden laut dem Kommunalversorger die Installation von Solarthermieanlagen und Wärmepumpenlösungen durch die Nutzung von Abwärmeströmen (etwa Abwasserwärme, industrielle Abwärme), von Umweltwärme aus Oberflächengewässern, von Umweltwärme aus (oberflächennaher) Geothermie und von Wärmequellen wie Abluft aus Raumlufttechnischen Anlagen oder Außenluft sein. Außerdem umfasst die Planung einen Biomasse-Kessel zur Spitzenlastdeckung. (hoe)



