Die Stadtwerke Münster wollen Wärme für Münster künftig nahezu vollständig aus erneuerbaren Quellen gewinnen. Dafür hat der Kommunalversorger im letzten Jahr den Markt analysiert und einen Weg zu grüner Wärme beschrieben, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht.
Das Heizen sei in Münster für gut 40 Prozent der CO2-Emissionen von Privathaushalten verantwortlich, heißt es. Deutschlandweit liegt der Anteil sogar bei etwas mehr als 50 Prozent. Die Stadtwerke Münster wollen die benötigte Wärme für Münster dabei aus einer Kombination von Technologien zu decken.
Welche Rolle Netze spielen
Zudem sollen die bestehenden Wärmenetze als zentrale Verteilstrukturen für die grüne Wärme ertüchtigt werden. Neben Erdwärme und Solarthermie wollen die Stadtwerke Münster darüber hinaus auf Wärmepumpen, Blockheizkraftwerke in den Quartieren und Power-to-Heat-Anlagen setzen.
Das Fernwärmenetz sowie die Arealnetze in einigen Stadtteilen spielen für die Umstellung eine wichtige Rolle. Sie transportieren die Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplung in tausende Haushalte und andere Einrichtungen der Stadt und sollen weiterentwickelt werden.
Potenzial in Münster ergründen
Als nächstes wollen die Stadtwerke daher herausfinden, ob die erneuerbare Ressource Erdwärme in Münster ausreichend vorhanden ist. Gemeinsam mit der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie (Fraunhofer IEG) in Bochum beginnen im Frühjahr entsprechende Studien.
Die Forscher sind dabei der Meinung, dass das Münsterland günstige geologische Bedingungen für die Nutzung von Geothermie bietet. Unter der Stadt gebe es Gesteinsschichten mit einer erhöhten Thermalwasserführung in unterschiedlichen Tiefen. Diese Schichten mit erhöhter Wasserführung gelte es systematisch zu erkunden.
Erste Wärmezentrale erst in fünf Jahren
Vergleichbare Gesteine werden bereits in München, Paris und auch in Nordrhein-Westfahlen zur Umstellung von fossiler Fernwärme auf Geothermie genutzt, so die Forschungseinrichtung.
Bevor in Münster Erdwärme im großen Stil gewonnen werden könnte, stehen nun sorgfältige Untersuchungen und Grundlagenarbeit an. Frühestens in fünf bis sechs Jahren könnte eine erste Wärmezentrale in Münster Wärme aus dem Boden gewinnen, heißt es. (jk)



