Die Stadtwerke Weil am Rhein, im äußersten Südwesten der Republik am Dreiländereck Deutschland, Schweiz und Frankreich gelegen, verfolgen eine ambitionierte Strategie beim Ausbau ihres Wärmenetzes: Nachdem im Jahr 2015 ein bestehendes Wärmenetz von einem privaten Betreiber übernommen werden konnte, wurden kommunalpolitisch die Weichen in Richtung Klimaschutz gestellt. Das Wärmenetz ist ausgebaut worden das Blockheizkraftwerk erneuert und mit einem zusätzlichen Pufferspeicher mit 100 Kubikmeter Volumen ergänzt, die Netzregelung erneuert und die Vermarktung des erzeugten Stromes durch die Direkt-Belieferung von umliegenden kommunalen Gebäude neu organisiert.
Wärmenetz wird deutlich erweitert
Aufgrund der positiven Erfahrungen seit der Wärmenetzübernahme sei es der Kommunalpolitik leichtgefallen in der Folge für das geplante benachbarte Baugebiet einstimmig einen Anschlusszwang zu erlassen und das Wärmenetz nochmals deutlich zu erweitern, teilten die Stadtwerke mit. Zur Abdeckung des steigenden Wärmebedarfs haben sich die Stadtwerke Weil am Rhein entschieden, den Energiemix mit regionalem Energieholz zu ergänzen. In direkter Nachbarschaft zum Architekturpark des Büromöbelherstellers Vitra wurde zur Heizperiode 2019/20 ein Biomassekessel des österreichisches Herstellers Agro Forst- und Umwelttechnik in Betrieb genommen.
Kooperation mit lokalem Glasfasernetzbetreiber
Die Kesselanlage mit einer Nennleistung von 1,25 MW ist ausgestattet mit einer Abgaskondensation und einer Entschwadung. Ergänzt wird der Hackgutkessel durch einen 2-MW-Ölkessel zur Notfallabdeckung. Die Wärmeerzeuger wurde in das bestehende Wärmenetz eingebunden so dass das erweiterte Wärmenetz zwischenzeitlich über drei Einspeisepunkte verfügt. Das Last- und Einspeisemanagement erfolgt durch eine übergeordnete Netzregelung des österreichischen Herstellers Aqotec. Die Datenanbindung der Übergabestationen im Baugebiet und der Heizzentrale erfolgt in Zusammenarbeit mit dem lokalen Glasfasernetzbetreiber so dass keine separaten Kommunikationsleitungen verlegt wurden sondern die neu verlegte Breitbandanbindung gemeinsam genutzt wird.
Anspruchsvolles Design
Die exponierte Lage am Stadteingang von Weil am Rhein und die direkten Nachbarschaft zum Vitra-Architekturpark habe zudem einen hohen gestalterischen Anspruch an die Architektur der Heizzentrale verlangt. Das Gebäude der Heizzentrale soll mit großen Glasflächen und dem damit resultierenden Einblick in die Anlagentechnik den Anspruch der Stadtwerke Weil am Rhein verdeutlichen, dass sie die Energiewende offen und transparent zu gestalten, um die Bürger auf dem Transformationspfad mitzunehmen und für die Veränderung zu begeistern.
Der Baukörper der Heizzentale besteche durch eine klare Gliederung und großen Glasflächen, um Transparenz und Offenheit auszustrahlen, so die Stadtwerke. Zudem sei es gelungen technische Funktionselemente wie beispielsweise der Kran zum Handling der Holzasche und von Ersatzteilen nahezu unsichtbar in das Gebäude zu integrieren und somit der Heizzentrale und damit dem Thema Energiewende ein überzeugendes öffentliches Erscheinungsbild zu verleihen. (sg)



