Dekarbonisierte Gase ermöglichen die Klimaneutralität im Gebäudebereich. Das geht aus einer von Zukunft Gas in Auftrag gegebenen Studie „Klimaneutral Wohnen“ der Nymoen Strategieberatung hervor.
Laut der Analyse werden im Jahr 2050 gasförmige Energieträger weiterhin die beliebteste Heizquelle im Wohngebäudebestand sein. Strom, als zweite Säule der Wärmeversorgung, sei vor allem im Neubau als Heizoption attraktiv. „Schon heute heizt die Hälfte der Deutschen mit Gas. 2050 werden es dann fast 60 Prozent sein. Dabei wird der heutige Energieträger Erdgas in den kommenden Jahren und Jahrzehnten sein Gesicht vollkommen verändern“, führt Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft Gas, in einer Mitteilung aus.
Gasmix aus Biomethan und Wasserstoff im Einsatz
So werden laut der Studie im Jahr 2050 zwei verschiedene gasförmige Energieträger zum Einsatz kommen: ein Gasmix, der zu 80 Prozent aus Biomethan und 20 Prozent aus dekarbonisierten Wasserstoff besteht und reiner Wasserstoff, der aus grünen, türkisen und blauen Wasserstoffrouten produziert wird. Wie Kehler bei einer Online-Pressekonferenz ausführte, sorge der Einsatz von dekarbonisiertem Gas auch dafür, dass die Energiewende im Gebäudebereich bezahlbar bleibe. Gelingen werde dies allerdings nur, wenn der Fokus des Regulierungsrahmens mehr auf der Einhaltung der CO2-Minderungsziele und weniger auf der Vorgabe konkreter Maßnahmen liege. Dazu sei es notwendig, alle klimaneutralen Energieträger und deren Anwendungstechnologien als Klimaschutzlösungen im Gebäudebereich anzuerkennen und in Förderprogrammen zu berücksichtigen, fordert Kehler.
Zudem müsse nun ein zügiger Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft erreicht werden. Wasserstoff sei ein wichtiger Baustein der Wärmewende. Verfahren wie die Methanpyrolyse sollten in den Blick genommen werden. „Nur so können wir den künftig hohen Bedarf an Wasserstoff decken und Wasserstoff zur neuen Volksenergie machen“, ist Kehler überzeugt.
Studie nimmt auch Kosten in den Blick
Für die Studie wurden mittels eines aufwändigen Berechnungsalgorithmus für 974 Kategorien an Bestandsbauten detaillierte Wege zur Klimaneutralität bis 2050 ermittelt. Kriterien für die Berechnung waren u.a. Alter und Bauweise der Gebäude, aber auch ob das Gebäude selbst genutzt oder vermietet wird. Ziel der Berechnungen war es, die größtmögliche CO2-Einsparung unter der Randbedingung zu erreichen, dass die Eigentümer der Wohngebäude die erforderlichen Maßnahmen auch finanzieren können. Dabei sind 1.760 verschiedene Sanierungsfahrpläne für alle in Deutschland bestehenden Wohngebäudetypen entstanden, so Zukunft Gas in der Mitteilung. (amo)



