Nach 16 Jahren im Einsatz soll nun bald Schluss für eines der beiden Holzheizwerke der Stadtwerke Norden sein. Zwei Holzkessel mit jeweils 2,4 MW Leistung sollen so schnell wie möglich vom Netz gehen und die dazugehörige Fernwärmetrasse zurückgebaut werden, teilte Wolfgang Völz, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke auf ZfK-Anfrage mit.
Der Standort und die 1600 Meter lange Wärmetrasse ins benachbarte Norddeich lohnen sich wirtschaftlich nicht. Die Übertragungsverluste würden sich jährlich auf einen mittleren, fünfstelligen Betrag belaufen, so Völz weiter. Aber auch die Südtrasse in Norden ist mit elf Abnehmern nicht ausgelastet, obwohl unter ihnen ein Hotel und eine Schule sind.
Gasumstellung kostet
Letztere nehme zwar im Winter bis zu 1,4 MW Leistung ab, aber vor allem in den Sommerferien kommen Wärme und Warmwasserverbrauch zum Erliegen. Für einen wirtschaftlichen Betrieb hätte es mehr Abnehmer gebraucht, resümert Völz.
Ein Grund für die schwache Nachfrage ist der Holzpreis, der seit der Inbetriebnahme im Jahr 2003 in die Höhe geschnellt ist. Für die Kunden der "Norden"-Trasse steht mit den Stilllegungsplänen der Stadtwerke ein Umstieg auf Gas an, was mit deutlichen Mehrkosten verbunden ist.
BHKW sichert Versorgung in Norddeich
Immerhin hat keiner der elf Verbraucher einen Gaskessel- oder Anschluss. Die Stadtwerke verhandeln nun mit den Betroffenen über mögliche Lösungen, wie Contractingverträge, die die Organisation und Finanzierung der Umstellung erleichtern sollen.
Für die Nachbarn in Norddeich ist das Aus des Heizwerkes kein Problem. Der Standort war dort in ein bestehendes Fernwärmenetz eingebunden, das zusätzlich von einem BHKW versorgt wird. Dieses soll nun um einen Heizkessel erweitert werden.
Voraussichtliches Aus 2023
Wann genau die zwei Holzkessel am Lehmweg außer Betrieb gehen, hängt von den Kundenverhandlungen ab. Bei ordentlicher Kündigung der Stadtwerke endet der letzte Wärmelieferungsvertrag spätestens 2023. (ls)



