300 Eigentumswohnungen, 5000 Bewohner: Das Donau-Center ist das größte Hochhaus in Neu-Ulm. Ab Dezember wird dieses nicht mehr mit Gas geheizt, sondern mit Fernwärme von den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm (SWU). Da in Neu-Ulm weiter kräftig gebaut wird, erwarten die SWU in den nächsten fünf Jahren in der Stadt, unabhängig von dem neuen Großkunden, eine Erhöhung der Fernwärmeleistung um rund 50 Prozent, teilt SWU-Pressesprecher Bernd Jünke auf Anfrage mit. Im laufenden Jahr wird mit einer Absatzsteigerung von 68 auf rund 73 Mio. kWh Fernwärmeleistung in Neu-Ulm gerechnet. Das entspricht einer Steigerung von sieben Prozent. Der Fünf-Jahresplan sieht eine Absatzsteigerung auf 99 Mio. kWh vor.
Die steigende Nachfrage erfordert einen Ausbau des Netzes und der Erzeugungsanlagen. Hier sind mittelfristig Investitionen in Höhe von 20 Mio. Euro geplant. Allein zehn Mio. Euro sollen ab Mitte kommenden Jahres in die Erweiterung des Blockheizkraftwerks in der Neu-Ulmer Bradleystraße fließen. Die Anlage erhält nach zwanzig Betriebsjahren vier neue Gasmotoren, außerdem wird die Hydraulik umgebaut. Die elektrische Leistung wird dadurch von acht auf zehn MW steigen, die Wärmeleistung von heute neun auf zwölf MW.
Guter Primärenergiefaktor
Die Stadt Neu-Ulm setzt laut Jünke in der Gebäudeversorgung auf den guten Primärenergiefaktor der Fernwärme von 0,12. Das Fernwärmenetz bezieht weiterhin einen Teil seiner Energie aus dem Holzgas-Heizkraftwerk Senden. Dieses ist seit 2018 im Besitz von Blue Energie Europe. Je nach Verfügbarkeit des Kraftwerks stellt Holz bis zu 40 Prozent des jährlichen Neu-Ulmer Fernwärmeabsatzes dar. Fernwärme-Hauptlieferant auf der Ulmer Seite ist die fünfzigprozentige Tochter Fernwärme Ulm GmbH (FUG). Die SWU betreiben zudem in Ulm mehrere Wärmenetze, gespeist durch Blockeizkraftwerke und teilweise ergänzt durch Solarthermie-Felder. (hoe)



