Civey-Umfrage
Viele Deutsche setzen beim Heizen nach wie vor auf herkömmliche Technologien. Wie aus einer schriftlichen Antwort von Energie-Staatssekretär Andreas Feicht auf eine Anfrage von Julia Verlinden, der Sprecherin für Energiepolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, hervorgeht, stehen bei den Bürgern vor allem „klassische“ Gasheizungen nach wie vor hoch im Kurs.
Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums wurden landauf landab im vergangenen Jahr rund 620.000 Gasheizungen installiert, davon 550.000 mit Brennwert-Technik und 70.000 mit Niedertemperatur-Technik.
Trotz Förderung überschaubares Interesse
Wie Feicht in dem Schreiben, das der ZfK vorliegt, weiter ausführt, wurden 2020 lediglich 30.000 Gasheizungen mit einem kombiniertem Erneuerbaren-Anteil (Solarthermie, Wärmepumpe, Holzpellets) installiert. Mit insgesamt 480 Mio. Euro hat der Bund den Einbau dieser umweltfreundlichen Heiztechnologie unterstützt.
Julia Verlinden zeigt sich auf ZfK-Nachfrage enttäuscht vom Stand der Energiewende im Wohnbereich. "Nur etwa 5 Prozent aller Gasheizungen, die 2020 neu installiert wurden, haben eine Förderung für die Kombination mit erneuerbaren Energien bekommen“, rechnet sie vor. Der ganz überwiegende Teil der Hauseigentümer habe also auf eine Förderung verzichtet und setze weiterhin auf Heizungen, die die nächsten 15 bis 20 Jahre Erdgas verbrennen. „Das ist das beste Beispiel dafür, dass die Förderprogramme der Bundesregierung die Wende im Wärmesektor nicht annähernd schnell genug voranbringen“, kritisiert die Grüne.
Klare Vorgaben, zielgerichtete Förderung
Nötig sei nun dringend ein neuer Ansatz mit Vorgaben für erneuerbaren Energien beim Heizungstausch und einer zielgerichteten Förderung für die Beschleunigung der Energiewende, so Verlinden weiter. „Öffentliche Gelder müssen ausschließlich in den Umstieg auf eine klimaneutrale Wärmeversorgung fließen. Alles andere bedeutet eine unnötige Verlängerung des fossilen Zeitalters. Und die können wir uns definitiv nicht mehr leisten.“
Nach Überzeugung der Grünen sei es zudem zwingend notwendig, dass die CO2-Kosten für die Heizenergie von den Vermietern getragen werden und nicht von den Mieterinnen. Damit hätten Eigentümer einen zusätzlichen Anreiz, ihre Objekte zu sanieren und auf erneuerbare Energien umzustellen. (amo)



