Das Heizkraftwerk Tiefstack in Hamburg-Billbrook

Das Heizkraftwerk Tiefstack in Hamburg-Billbrook

Bild: © Wärme Hamburg

Der geplante unterirdische Wärmespeicher auf dem Gelände des Heizkraftwerks Tiefstack in Hamburg-Billbrook ist gescheitert. «Neben technischen Herausforderungen bei der Installation der erforderlichen Filtereinrichtung im Bohrloch ließ sich schlussendlich keine zufriedenstellende Förderrate des Thermalwassers (...) erzielen», teilten die Hamburger Energiewerke am Mittwoch mit. Die geologische Schicht sei an dieser Stelle nicht ausreichend durchlässig, hieß es zur Begründung. Damit sei der Betrieb eines Speichers mit einer auskömmlich großen Wärmeleistung nicht möglich. Das Forschungsprojekt sei daher beendet worden.

Ursprünglich sollte in dem sogenannten hydrothermischen Aquiferwärmespeicher von 2024 an im Sommer überschüssige Abwärme aus Industrie- und Abfallverwertungsbetrieben gespeichert und dann im Winter bei Bedarf gefördert und in das Fernwärmenetz eingespeist werden. Nun werde eine alternative Nachnutzung der Bohrung geprüft. Das Bohrloch sei dafür vorsorglich gesichert worden.

Ein Prozent zusätzliche Leistung wäre machbar gewesen

Das Heizkraftwerk Tiefstack hat eine gesicherte Fernwärmeleistung von knapp 300 Megawatt im Kraft-Wärme-Kopplungsbetrieb. Der geplante Aquiferwärmespeicher hätte im Idealfall rund ein Prozent zu dieser Leistung beisteuern können, sagte eine Sprecherin der Hamburger Energiewerke.

«Wir müssen für die Energie- und Wärmewende neue und innovative Ansätze erproben», sagte die technische Geschäftsführerin der Hamburger Energiewerke, Kirsten Fust. Daher sei das Projekt in den vergangenen vier Jahren aktiv vorangebracht worden. «Selbstverständlich hätten wir uns gewünscht, dass saisonale Wärmespeicherung am Standort Tiefstack möglich ist.» Der Projektleiter des Norddeutschen Reallabors (NRL), Mike Blicker, betonte aber auch: «Auch wenn der Aquiferspeicher nun nicht an der geplanten Stelle realisiert werden kann, lassen sich wertvolle Erkenntnisse ableiten.» (dpa/amo)

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