In neuen Ein- und Zweifamilienhäusern dominieren inzwischen Wärmepumpen den Heizungsmarkt.

In neuen Ein- und Zweifamilienhäusern dominieren inzwischen Wärmepumpen den Heizungsmarkt.

Bild: © Nancy Pauwels/Adobe Stock

Von Jürgen Walk

Der deutsche Wohnungsneubau steht mitten in einem tiefgreifenden Wandel bei der Wärmeerzeugung. Während die Zahl der fertiggestellten Wohnungen und Wohngebäude in den vergangenen zwei Jahren deutlich zurückgegangen ist, zeigt sich bei der Heiztechnik ein klarer Trend in Richtung klimafreundlicher Systeme. Das geht aus der Publikation "Trendbarometer Neubau" des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor.

2024 wurden bundesweit 215.900 neue Wohnungen in 76.100 Wohngebäuden fertiggestellt – ein Rückgang von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig hat sich die Beheizungsstruktur innerhalb weniger Jahre grundlegend verschoben. In Ein- und Zweifamilienhäusern dominieren inzwischen Wärmepumpen mit einem Anteil von 74,1 Prozent. Noch 2014 lag dieser Wert bei 33,7 Prozent. Gasheizungen spielen hier mit nur 13,5 Prozent eine untergeordnete Rolle. 

Der Umstieg in Mehrfamilienhäusern dauert länger

In Mehrfamilienhäusern erfolgt der Umstieg auf Wärmepumpen langsamer, erreicht aber inzwischen auch schon 45,9 Prozent. Fernwärme bleibt in dicht besiedelten Regionen die dritte tragende Säule, insbesondere in Hamburg und Berlin, wo sie aufgrund der städtischen Verdichtung und des hohen Mehrfamilienhausanteils weiterhin verbreitet ist.

Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. Während Sachsen-Anhalt und das Saarland mit über 80 Prozent Wärmepumpen bei Neubauten bundesweite Spitzenwerte erreichen, setzen Stadtstaaten wie Bremen und Berlin stärker auf Gas und Fernwärme. Bremen verzeichnet bei neuen Wohngebäuden einen Gasanteil von 52,8 Prozent, während Berlin bei der Fernwärme mit 30,4 Prozent führt. Solarthermie, Stromdirektheizungen und Holz spielen in der Gesamtbetrachtung des Neubaus nur eine untergeordnete Rolle.

Auf Wohnungsebene verstärkt sich die Entwicklung hin zu klimafreundlichen Lösungen. 2024 wurden 69,4 Prozent der neuen Wohnungen mit Wärmepumpen ausgestattet, während der Gasanteil auf 20,9 Prozent sank. Fernwärme legte auf 25,4 Prozent zu und hat damit Gas in der Neubauverteilung bereits überholt. Die regionale Betrachtung zeigt, dass die Wärmepumpe vor allem in Flächenländern dominiert, während Fernwärme in den Stadtstaaten den größten Zuwachs verzeichnet.

Der Bestand von 42,87 Millionen Wohnungen in knapp 19,72 Millionen Wohngebäuden bietet jedoch ein anderes Bild. Hier werden 56,1 Prozent der Wohnungen mit Gas beheizt, 17,3 Prozent mit Heizöl und 15,5 Prozent mit Fernwärme. Wärmepumpen erreichen erst 4,4 Prozent, zeigen aber in den letzten Jahren deutliche Zuwächse. Die strukturelle Transformation im Neubau wird den Bestand somit nur schrittweise verändern.

Die Modernisierung der Wärmeerzeugung im Neubau und im Wohnungsbestand spielt eine zentrale Rolle für das Gelingen der Energiewende und das Ziel der Klimaneutralität bis 2045, heißt es beim BDEW. Für eine erfolgreiche Wärmewende müssen fossile Energieträger schrittweise durch klimaneutrale Alternativen ersetzt werden. Dafür sei es entscheidend, das gesamte Potenzial aller klimafreundlichen Energieträger zu nutzen. Neben erneuerbarem Strom spielen dabei auch grüne Fernwärme und Biomethan eine wichtige Rolle.

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