In neuen Ein- und Zweifamilienhäusern dominieren inzwischen Wärmepumpen den Heizungsmarkt.

In neuen Ein- und Zweifamilienhäusern dominieren inzwischen Wärmepumpen den Heizungsmarkt.

Bild: © Nancy Pauwels/Adobe Stock

Von Jürgen Walk

Der Markt für Wärmepumpen brummt wieder. Zwischen 25.000 und 30.000 Stück werden derzeit pro Monat verkauft – rund die Hälfte mehr als ein Jahr zuvor. Und daher hebt der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) die Prognosen für die kommenden Jahre an. Bedingung dafür sei jedoch Stabilität bei den Heizungsregeln und bei der Förderung.

Dieser Erfolg deutet nach Ansicht von BWP-Geschäftsführer Martin Sabel darauf hin, dass sich Verbraucher zunehmend für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und für erneuerbare Heiztechnologien entscheiden – unabhängig von den politischen Unsicherheiten wie dem Gebäudeenergiegesetz (GEG, vulgo "Heizungsgesetz") oder schwankenden Förderbedingungen. 

Ständiges Infragestellen verzögert Investitionen

Der positive Trend zeige sich auch im Marktanteil bei neuen Heizungen: 2024 lag der Anteil der Wärmepumpen bei etwa 27 Prozent. Für das laufende Jahr wird ein Sprung auf 50 Prozent prognostiziert, bei rund 600.000 neuen Heizungen werden dann wohl etwa 300.000 Wärmepumpen verkauft sein. Damit rückt Deutschland im europäischen Vergleich vom Schlusslicht ins Mittelfeld. Andere europäische Länder erreichen dagegen bereits Wärmepumpen-Marktanteile zwischen 80 und 90 Prozent. 

Die Aufwärtskorrektur der Prognosen zeige laut Sabel, dass der Markt unter den aktuellen Bedingungen funktioniere: "Es ist wichtig, dass verlässliche Regeln gelten. Stetig wiederkehrendes Infragestellen bereits getroffener Entscheidungen wie beim Gebäudeenergiegesetz oder bei der CO₂-Bepreisung erzeugen aus unserer Sicht nur unnötig Unruhe und verzögern Investitionsentscheidungen."

Björn Schreinermacher, Leiter Politik des BWP, stellte in einem Pressegespräche Vorab-Ergebnisse der Branchenstudie für 2026 vor. Die Studie skizziert jährlich die Marktentwicklung, Treiber und Hemmnisse sowie Prognosen für den Wärmemarkt. Grundlage sind zwei Szenarien: "Business as usual" und ein ambitioniertes Klimaszenario, jeweils unter Berücksichtigung politischer Rahmenbedingungen wie GEG, Förderung und Energiepreise. Aktuell, so Schreinermacher, überwiegen positive Treiber: Das Preisverhältnis Strom zu Gas habe sich verbessert, die BEG-Förderung sei wirksam, und das GEG sende klare Signale. 

Im "Business as Usual"-Szenario rechnet der Verband mit 430.000 verkauften Geräten – einem deutlichen Sprung gegenüber der Vorjahresschätzung. Damals prognostizierte der Verband noch 350.000 Anlagen für das kommende Jahr. Im ambitionierten Szenario könnten es sogar mehr als 530.000 werden, wenn zusätzlich zu stabilen Rahmenbedingungen vor allem Maßnahmen zur weiteren Verbesserung des Verhältnisses von Strom- und Gaspreis ergriffen würden – unter anderem die versprochene Senkung der Stromsteuer.

Zentrale Fragen stehen noch aus

Dennoch bestehen Unsicherheiten durch politische Debatten, etwa zur Abschaffung des Heizungsgesetzes, zur Stromsteuer und zur Gasspeicherumlage. Zentrale Entscheidungen stünden noch aus: die angekündigte Strompreissenkung um 5 Cent/kWh, die Anpassung des CO₂-Preises und die Umsetzung der europäischen Gebäuderichtlinie. Auch die Zukunft der BEG-Förderung sei offen; eine maßvolle Degression wird diskutiert, erfordert aber ein Gesamtkonzept. 

Schreinermacher wandte sich auch gegen Forderungen, die in den vergangenen Wochen, so auch beim Verband kommunaler Unternehmen (VKU), erhoben wurden. Es geht dabei um den Vorschlag, die Förderung von Einzelheizungen wie Wärmepumpen und Pelletheizungen in Fernwärme-Ausbaugebieten auszuschließen. Die kommunale Wärmeplanung – so Ehrhardt – sieht lediglich unverbindliche Gebietsausweisungen vor, ohne Garantie für einen zeitnahen Fernwärmeausbau. Weder Energieversorger noch Verbraucher seien daran gebunden. In der Praxis werde Fernwärme dort oft nicht verfügbar sein, wenn Eigentümer ihre Heizung ersetzen müssen. Ein Förderausschluss würde daher aus Sicht des BWP eine klare Benachteiligung darstellen. Eine rechtliche Prüfung des Verbands habe dies eindeutig bestätigt.

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