Die Wärmewende fordert heraus – ist aber alternativlos. Darin waren sich die Diskutanten eines Panels im Rahmen einer Stakeholder-Veranstaltung des Eon-Konzerns in Essen einig. "Die Klimaziele sind ohne die Wärmewende nicht erreichbar", sagte etwa Achim Schröder, CFO bei der Eon-Tochter Westenergie. Die Herausforderung: Noch werde zu 75 Prozent fossil geheizt, also mit Gas oder Öl, konstatierte Schröder.
Wachstum statt Ideologie
Doch auch die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger für das Thema hat insbesondere aufgrund des Gerangels um das Gebäudeenergiegesetz im Jahr 2023 gelitten. "Wir müssen weg von einer ideologischen Debatte", fordert der Westenergie-CFO. Und die Wärmewende als "Wachstumsthema" in der Bevölkerung verankern. Die Kosten würden dabei entscheidend sein, räumte er ein.
Jasper-Martens: "koppeln, koppeln, koppeln"
Einer einfachen Lösung erteilte Anna Jasper-Martens, CEO der Eon Energy Infrastructure Solutions, indes eine Absage. Aus ihrer Sicht existieren vier Hebel: weniger fossile Energie und dafür mehr Abwärme nutzen. Dann: Die Effizienz steigern und "koppeln, koppeln, koppeln, was geht" – etwa die Sektoren Strom und Wärme. Weitere Herausforderungen seien der Fachkräftemangel und die Bezahlbarkeit.
Deutschland will bis zum Jahr 2045 klimaneutral sein. Das erfordert Investitionen in die Energieinfrastruktur. Finanzvorstand Schröder wünscht sich hierfür eine "Anschubfinanzierung wie beim Wasserstoff-Kernnetz".
Verbraucherschützer warnt
Zugleich warnt Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, vor Intransparenz auf der Kostenseite. "Es darf nicht der Eindruck entstehen, jemand steckt sich anderswo etwas in die Taschen." Vor allem seit den durch die Energiekrise ausgelösten Preissteigerungen, so Schuldzinski.
Zu der Wärmekonferenz am 20. März hat Eon Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen, aus der Wohnungs- und Energiewirtschaft, Kommunalpolitik und von Verbänden sowie Forschungsinstituten eingeladen. (dz)



