Viele Stadtwerke bieten einen Mix aus nachhaltigen Vertriebsformen an - vom Ökostrom bis zum E-Bike-Sharing. (Symbolbild)

Viele Stadtwerke bieten einen Mix aus nachhaltigen Vertriebsformen an - vom Ökostrom bis zum E-Bike-Sharing. (Symbolbild)

Bild: © Tierney/AdobeStock

Rund 260 Wohnungen wollen die drei Partner nicht nur modernisieren, sondern auch mit einem neuen Energiekonzept versehen: Involviert sind die Genossenschaft für Siedlungsbau und Wohnen Minden (GSW Minden), Energieservice Westfalen Weser (ESW) und die Stadtwerke Porta Westfalica. Ziel ist es, dass Wohnquartier in Lerbeck in Porta Westfalica zu dekarbonisieren. Die ältesten Wohnungen (rund 100) seien schon in den 1960er Jahren gebaut worden, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung.

Die Gebäude sind alle in einem unterschiedlichen Modernisierungszustand. Sukzessive werden die Wohneinheiten modernisiert, wobei nun auch die Energieversorgung umgestellt wird. Bisher werden die Wohnungen über Gasthermen jeweils einzeln mit Energie versorgt. „Ein wichtiger Modernisierungsschritt wäre beispielsweise der Anschluss an ein klimaneutrales Nahwärmenetz, um die Wohnungen zentral mit Wärme aus möglichst regenerativen Energien zu versorgen“, betont Oliver Matecki, Vorstand der Genossenschaft. Langfristig sollen alle Gebäude CO2-neutral versorgt sein.

Das Energiekonzept wird noch entschieden

Um auszuloten, welches der effektivste Weg ist, hat sich die GSW mit Energieservice Westfalen Weser und den heimischen Stadtwerken erfahrene Dienstleister für die zentrale Wärmeversorgung an die Seite geholt.
Stefan Freitag, Geschäftsführer der ESW, erläutert das Vorgehen: „Wir untersuchen dafür drei verschiedene Ansätze zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung für das Quartier in Lerbeck. Erstens das klassische Fernwärmenetz als konventionellen Weg. Hier wird ein Blockheizkraftwerk und ein Heizkessel betrieben, um ein sogenanntes „heißes“ Wärmenetz zu betreiben."

Die zweite Möglichkeit sehe ein sogenanntes Niedertemperatur-Wärmenetz vor, das durch eine Wärmepumpe, kombiniert mit oberflächennaher Geothermie und einem Speicher, versorgt würde, erläutert Freitag weiter. "Bei einem kalten Fernwärmenetz, der dritten Möglichkeit, würden oberflächennahe Geothermie und ein Speicher genutzt, wobei in jedem Objekt eine Wärmepumpe stünde.“ Die drei unterschiedlichen Ansätze eröffnen darüber hinaus weitere Wege, Strom zu erzeugen und zum Beispiel auch Fotovoltaik und Mieterstrom zu integrieren.

„Neben den Wohnungen können später auch Sozialeinrichtungen oder andere öffentliche Einrichtungen wie z.B. eine Schule an das Wärmenetz angeschlossen werden, was die Effizienz des Nahwärmenetzes erhöhen würde“, skizziert Oliver Matecki von der GSW Minden die weiteren Pläne. Bis zum Jahr 2025 soll die Umstellung der Wärmeversorgung iabgeschlossen sein. (gun)

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