Die Stromkosten für ein effizientes Heizsystem mit Wärmepumpe liegen laut einer Verivox-Analyse im bundesweiten Durchschnitt rund 39 Prozent unter den Gaskosten.

Die Stromkosten für ein effizientes Heizsystem mit Wärmepumpe liegen laut einer Verivox-Analyse im bundesweiten Durchschnitt rund 39 Prozent unter den Gaskosten.

Bild: © BillionPhotos.com/Adobestock

Von Jürgen Walk

Erstmals rangiert ein erneuerbares Heizsystem an der Spitze des deutschen Heizungsmarktes: Die Wärmepumpe hat sich mit rund 139.000 verkauften Geräten im ersten Halbjahr 2025 als meistverkauftes Heizsystem etabliert. Dies geht aus einer Statistik des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) und des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) hervor. Der Branchenwandel weg von fossilen Energieträgern hin zu klimafreundlichen Alternativen zeichnet sich damit deutlich ab.

Laut BWP-Geschäftsführer Martin Sabel bevorzugen immer mehr Hauseigentümer die Wärmepumpe: "Eine Mehrheit hat längst verstanden, dass das Heizen mit fossilen Energien keine Zukunft hat. Es ist klimaschädlich und birgt hohe Risiken bezüglich Preis und Versorgungssicherheit."

Mehr als 50 Prozent Zuwachs

Besonders bemerkenswert ist aus Branchensicht der starke Zuwachs: In den ersten sechs Monaten des Jahres legte die Zahl der verkauften Wärmepumpen um 55 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Dabei war schon das erste Quartal mit einem Plus von 35 Prozent erfolgreich. Seit April sei aber eine besonders kräftige Entwicklung mit 75 Prozent Wachstum verzeichnet worden.

Die Branche hatte im zweiten Halbjahr 2023 sowie im Jahr 2024 mit massivem Nachfragerückgang zu kämpfen. Grund war die große Verunsicherung der Verbraucher durch die Diskussion um das Gebäudeenergiegesetz. Für das Vorjahr vermeldete die Branche einen Absatzrückgang gegenüber 2023 um fast die Hälfte auf 193.000 Wärmepumpen. Doch nun gehen die Zahlen wieder deutlich nach oben – mit 139.000 verkauften Geräten allein im ersten Halbjahr 2025 deutet sich an, dass die Wärmepumpe ihre Erfolgsgeschichte wieder fortsetzen können wird.

Entscheidende Heizungsförderung

Ob die Wärmepumpe aber tatsächlich ihre Spitzenposition halten kann, hänge entscheidend von der politischen Unterstützung ab. Sabel betont die Bedeutung der Heizungsförderung im Rahmen der aktuellen Haushaltsberatungen: "Branche und Verbraucher benötigen die Sicherheit, dass ausreichend Mittel im Klima- und Transformationsfonds KTF zur Verfügung gestellt werden."

Mit Blick auf den Bundeshaushalt für kommende Jahr fordert er klare finanzielle Zusagen, um eine Brücke bis zur Einführung des EU-Emissionshandels für Gebäude und Verkehr 2027 zu schlagen. Der steigende CO₂-Preis werde fossile Heizsysteme unattraktiver machen, was den Bedarf an Förderprogrammen für den Heizungstausch zusätzlich erhöhen dürfte, so Sabel.

Unsicherheit für Contracting-Programme

Doch Unsicherheiten bei Förderprogrammen oder dem Gebäudeenergiegesetz könnten die Umstellung von öffentlichen Einrichtungen, Wohnquartieren und Contracting-Programmen der Stadtwerke bremsen. Der Markt benötige jetzt vor allem verlässliche Rahmenbedingungen, um weiter zu wachsen, mahnt Sabel. Eine Rückkehr zu fossilen Heizsystemen wäre ein Schritt in die falsche Richtung.

Zusätzliche Impulse für den Wärmepumpenmarkt könnten durch eine Senkung der Stromkosten gesetzt werden, beispielsweise durch die Reduktion der Stromsteuer und nachhaltige Entlastungen bei den Netzentgelten. Dies würde nicht nur die Attraktivität von Wärmepumpen steigern, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Hersteller stärken.

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