Von Daniel Zugehör
Die Wärmewende in Wolfsburg hat eine wichtige Hürde genommen. Jetzt ist klar: Der Bund fördert ein zentrales Projekt zur Dekarbonisierung der Fernwärme. Dazu möchte die LSW Netz (LSW) eine Abwasserwärmepumpe errichten sowie die Fernwärmeversorgung modernisieren. Für diese Vorhaben habe das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle nun einen Zuwendungsbescheid in Höhe von mehr als einer Million Euro an das Unternehmen übergeben, teilte es mit.
Dies markiere den Startschuss für die nächsten Planungsleistungen, heißt es weiter. "Abwasserwärme ist ein wichtiger Baustein für die Wärmewende insbesondere in Städten. Daher setzen wir hier mit der Transformation für die Zukunft an", sagte LSW-Geschäftsführer René Lange. Vorteile sind laut LSW, dass diese erneuerbare Energiequelle unabhängig von Wetter und Jahreszeit ganzjährig verfügbar ist. Und außerdem über eine schon vorhandene Infrastruktur genutzt werden kann.
Bioabfälle und Geothermie im Blick
Geplant ist, die Abwasserpumpe im Jahr 2028 in Betrieb zu nehmen. Um die Fernwärme in Zukunft effizienter zu betreiben, plant die LSW unter anderem, die Vor- und Rücklauftemperaturen im Netz zu senken. "Hierfür werden bereits die eingebundenen Hausstationen geprüft und die ersten Kunden im Norden Wolfsburgs kontaktiert", erläutert Sybille Schönbach, Sprecherin der Geschäftsführung.
Zusätzlich werde geprüft, welche nicht fossilen Alternativen darüber hinaus infrage kommen. Darunter etwa die Biogasgewinnung aus lokalen Bioabfällen der Stadt Wolfsburg oder die Geothermie. An das eigene Fernwärmenetz sind dem Unternehmen zufolge annähernd die gesamte Wolfsburger Kernstadt sowie rund drei Viertel der eingemeindeten Ortsteile angeschlossen. Mit 657 Kilometer Länge handele es sich um eines der größten in Deutschland.



