Die Entsorger kommen bei der Sperrmüll-Abholung kaum hinterher.

Die Entsorger kommen bei der Sperrmüll-Abholung kaum hinterher.

Bild: © Thomas Frey/dpa

Deutschlands Abfallentsorger kommen bei der Beseitigung von Sperrmüll-Massen und Bauschutt in den Unwettergebieten zwar voran, haben aber noch viel Arbeit vor sich. «Unsere Betriebe arbeiten mit Hochdruck an dieser Mammutaufgabe», sagte ein Sprecher des Branchenverbandes BDE am Dienstag in Berlin.

Es geht nicht nur um Sperrmüll, Elektroschrott und Bauschutt, sondern auch um die Aufstellung von mobilen Toiletten. Die Beschäftigten der Entsorgungsbetriebe seien im Dauereinsatz. Bis wann die Aufräumarbeiten in den betroffenen Städten dauern, sei noch nicht absehbar.

Einsatz von Spezialfahrzeugen

Sonderschichten fährt zum Beispiel der kommunale Entsorger Avea in Leverkusen. Es lägen noch Unmengen an Abfall an den Straßenrändern, sagte ein Sprecher. Bürger misteten immer noch aus. «In Straßen, die wir am Samstag geräumt haben, lag gestern wieder der Müll an der Straße.» Das Unternehmen setzt zur Beseitigung der Überreste des Hochwassers einen zusätzlichen Bagger sowie zwei Spezialfahrzeuge für den Transport von Containern ein.

Auch die Technischen Betriebe Solingen sind seit Tagen in Aufräumeinsätzen. Daher können die Kehrmaschinen derzeit ihre üblichen Strecken nicht oder nur eingeschränkt abfahren. Auch die Papierkörbe im Stadtgebiet würden seltener geleert, teilte das Unternehmen mit. Der Grünschnittcontainer werde im Moment für die Entsorgung von Sperrmüll gebraucht. Bei Anlieferungen an das Müllheizkraftwerk werden nur Privatkunden aus den Hochwassergebieten berücksichtigt, hieß es.

Kommunale Nachbarschaftshilfe

Unterstützung bietet die AVG Köln an. „Wir haben Kapazitäten geschaffen, um Abfälle aus dem Hochwassergebiet aus Köln, dem Rhein-Erft-Kreis und dem Kreis Euskirchen aufzunehmen und zu verwerten", erläutert Andreas Freund, Sprecher der Geschäftsführung der AVG Köln. „Selbstverständlich ist die sichere Verwertung der Kölner Abfallmengen gewährleistet. Für uns ist es jedoch auch ein Gebot der Nachbarschaftshilfe, den umliegenden Kreisen im Rahmen unserer Möglichkeiten zu helfen.“
 
Seit Montagmorgen kommen bereits Mengen aus dem Kreis Euskirchen nach Niehl. Bis zu 1000 Tonnen pro Woche kann die AVG-Köln-Tochtergesellschaft AVG Ressourcen verarbeiten. Die Abfälle aus den betroffenen Gebietskörperschaften entlang der Eifelflüsse Ahr, Erft und Rur werden derzeit zunächst zu zentralen Sammelstellen gefahren, wie zum Beispiel dem Abfallwirtschaftszentrum Mechernich. Dort findet eine grobe Vorsortierung statt. So wird dort etwa die weiße Ware wie Kühlschränke, Waschmaschinen und Trockner aussortiert. Der Rest, vor allem Sperrmüll, wird anschließend auf große Transport-Lkw geladen und nach Köln-Niehl gefahren. Hier findet die weitere Sortierung statt. Der nicht verwertbare Rest gelangt in die AVG-eigene Restmüllverbrennungsanlage, um dort verbrannt zu werden.  (hp mit Material von dpa)

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