Um die Kosten und den Emissionsausstoß gering zu halten, forscht u.a. das Fraunhofer-Umsicht-Institut an einer neuen Analyse-Methode.

Um die Kosten und den Emissionsausstoß gering zu halten, forscht u.a. das Fraunhofer-Umsicht-Institut an einer neuen Analyse-Methode.

Bild: © Stadtreinigung Hamburg

"AdOnFuelControl" steht für die Adaptive Online-Brennstoffcharakterisierung von heterogenen Brennstoffen für eine optimierte Feuerungsregelung. Im Projekt, welches u.a. vom Fraunhofer-Umsicht-Institut und dem Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt verfolgt wird, soll die Steuerung von Anlagen zur Verbrennung heterogener Festbrennstoffe wie Müll, Ersatzbrennstoffe oder Biomasse grundlegend optimiert werden. Der Fokus liegt auf Restabfall- bzw. Müllverbrennungsanlagen (MVA).

Besonders beim Restabfall unterliegen Heizwerte, Wasser- und Ascheanteile, die chemische Zusammensetzung, die Schadstoffbelastung sowie die Schüttdichte je nach Abfalltyp starken Schwankungen.

Unterschiede vermindern Leistung

In Müllverbrennungsanlagen führen diese Unterschiede zu einer ungleichmäßigen Verbrennung. Daraus folgen eine verminderte Leistung, höherer Verschleiß und erhöhte Emissionen.

Daraus resultierende thermische Überlastungen können zu Schäden an Ausmauerung, Kessel und Rost und im schlimmsten Fall zum Stillstand der Anlage führen. Konventionelle Feuerungsregelungen reagieren derzeit nur im Nachhinein auf solche variierenden Brennstoffzusammensetzungen.

Online-Analyse des Brennstoffs

Projektziel ist es deshalb, eine Regelung zu realisieren, die vorausschauend arbeitet. Ermöglicht wird dies, indem mit Hilfe innovativer Sensorik (u.a. 3D-Laser-Scannern) der eingesetzte Brennstoff "online" analysiert wird und in weiterer Folge der Heizwert berechnet wird.

Diese Daten werden dann für eine optimierte Anlagensteuerung genutzt. Dieser Schritt soll im Projekt entwickelt und in der Großtechnik umgesetzt werden. Das Projekt mit einem Gesamtvolumen von 700.000 Euro wird dabei mit 340.000 Euro von der Bayerischen Forschungsstiftung gefördert.

Einsparpotenzial: 32.000 Tonnen CO2

Im Ergebnis könnte mit der optimierten Regelung ein stabilerer, flexiblerer und effizienterer Anlagenbetrieb mit geringeren Betriebskosten und niedrigeren Emissionen erreicht werden. Würden solch proaktive Steuerungen in allen 70 deutschen Müllverbrennungsanlagen eingesetzt werden, schätzen die Projektmitglieder das CO2-Einsparpotenzial auf insgesamt 32.000 Tonnen pro Jahr bei einer Reduzierung der Schadgasemissionen ein. Niedrigere Betriebskosten von MVA könnten sich zudem stabilisierend auf die Entsorgungskosten auswirken. (ab)

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