Die MVV steht zum Kohleausstiegsgesetz, hält jedoch die Härtefallregelung für junge Steinkohlekraftwerke für entscheidend.

Die MVV steht zum Kohleausstiegsgesetz, hält jedoch die Härtefallregelung für junge Steinkohlekraftwerke für entscheidend.

Bild: © MVV Energie

Das Mannheimer Energieunternehmen MVV Energie AG plant, im Industriepark Gersthofen bei Augsburg für als 30 Mio. Euro eine Monoverbrennungsanlage für Klärschlamm zu errichten. Den Anlagenbetrieb soll die MVV Industriepark Gersthofen GmbH übernehmen, die bereits jetzt für die Standortinfrastruktur und die Energieversorgung der zehn dort ansässigen Unternehmen verantwortlich ist. Das Genehmigungsverfahren hat jetzt mit der Vorstellung des Projekts bei der zuständigen Behörde – der Regierung von Schwaben – begonnen.

In der Monoverbrennungsanlage sollen pro Jahr etwa 85.000 Tonnen Klärschlamm verwertet werden. Der Schlamm kommt zum größten Teil von kommunalen Kläranlagen aus der Region. In einer Verbrennungsanlage ausschließlich für Klärschlamm besteht dabei die Möglichkeit, den Phosphoranteil in der Asche zurückzugewinnen. „Phosphor ist vor allem für die Produktion von Düngemitteln unverzichtbar. Die Rückgewinnung dient daher direkt der Schonung von natürlichen Ressourcen“, kommentiert Heinz Mergel, Geschäftsführer der MVV-Beteiligungsgesellschaft.

Passgenau für die ökologische Agenda

„Mit der neuen Anlage schlagen wir drei Fliegen mit einer Klappe: wir schützen die Umwelt, erhöhen die Entsorgungssicherheit für Klärschlamm für die Kommunen und gewinnen gleichzeitig einen wertvollen Rohstoff“, so Mergel weiter. Die neue Anlage soll neben dem bestehenden EBS-Kraftwerk errichtet werden, um vielfältige Synergien, die bereits bestehen, nutzen zu können. Die bei der thermischen Verwertung anfallende Überschussenergie wird in das Wärmenetz des Industrieparks eingespeist.

Der Einsatz von Klärschlamm in der Landwirtschaft wird durch die im Jahr 2018 novellierte Klärschlammverordnung stark eingeschränkt, und auch die thermische Verwertung in Kohlekraftwerken ist durch den geplanten Kohleausstieg nur noch befristet möglich. Die Klärschlammverbrennung von MVV passt daher in die ökologische Agenda. Die endgültige Entscheidung zur Realisierung des Projekts soll dementsprechend auch bereits im Sommer 2020 fallen, Anfang 2023 könnte die Anlage ihren Betrieb aufnehmen. (sig)

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