Das Unternehmen Remondis kämpft weiterhin um die Übernahme des Dualen Systems DSD. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) verhandeln Anwälte des Unternehmens mit dem Bundeskartellamt über Konzessionen, um die Übernahme doch noch zu verwirklichen. Notfalls würde die Angelegenheit vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf angefochten werden, schreibt die Zeitung.
Konkret versucht der Entsorgungsriese, dem Investoren-Duo H.I.G. Capital und Blue Bay dessen DSD-Anteile abzukaufen. Auch das DSD-Management um Chef Michael Wiener soll verkauft werden. Die Übernahme könnte bedeutende Folgen haben für den deutschen Abfallmarkt und erntet daher viel Kritik von kommunalen Müllunternehmen.
Fusion würde Wettbewerber benachteiligen
Da DSD die Aufträge an Abfallfirmen vergibt, könnten kleinere Mitbewerber bei der geplanten Fusion mit Remondis unter die Räder kommen. Das Bundeskartellamt hatte dem Deal daher im April eigentlich schon eine Absage erteilt. Die Frist zur endgültigen Entscheidung wurde aber inzwischen bis zum 28. Juni verlängert.
Die Remondis-Anwälte hätten dem Kartellamt nun zwei Vorschläge unterbreitet, schreibt die FAZ weiter. Einerseits solle die Vergabe von DSD-Aufträgen zugunsten der Mitbewerber verändert werden. Andererseits solle das Remondis-System zur Verwertung von Altglas geöffnet werden. So könnten dann Dritte zum Beispiel Zugang zu den Anlagen zu Vorzugspreisen erhalten. Um das Kartellamt wirklich zu überzeugen, könnte aber ein Verkauf des gesamten Glasgeschäfts nötig werden.
Zwei Optionen sollte Absage kommen
Sollte das Bundeskartellamt die Fusion untersagen, könnte Remondis entweder, was immer wahrscheinlicher scheint, vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf klagen oder innerhalb von vier Wochen nach der Absage beim Bundeswirtschaftsministerium einen Antrag auf Ministerentscheidung stellen. Solche Anträge sind bislang aber nur selten gestellt worden. (pm)



