Die Wirtschaft fordert mehr Engagement hinsichtlich des Recyclings.

Die Wirtschaft fordert mehr Engagement hinsichtlich des Recyclings.

Bild: © Stefan Puchner/dpa

An der Mecklenburgischen Seenplatte sind am Dienstag (25. Mai) hunderte Mülltonnen nicht geleert worden. Wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte, waren mehr als 100 Beschäftigte beim Müllentsorger Remondis Seenplatte Logistik GmbH in einen eintägigen Streik getreten. «Dies wurde notwendig, weil die Arbeitgeberseite nach der 4. Verhandlungsrunde am 19. Mai kein verbessertes Angebot vorgelegt hat», sagte Mathias Bialuch, Sprecher des Verdi Bezirks Rostock, als zuständiger Streikleiter. Es war seit Jahren der erste Streik in der Branche im Nordosten.

Gestreikt wurde mit Streikwachen vor den Betriebstoren an den Standorten Möllenhagen, Neustrelitz und Malchin. Die Beschäftigten wurden wegen der Corona-Beschränkungen nicht zu Versammlungen zusammengeführt, sondern für den Tag nach Hause geschickt, erläuterte Bialuch. Nur vereinzelt fuhren Entsorgungsfahrzeuge von den Höfen: Einige Fahrer sind in der Probezeit und andere sind als Leiharbeiter beschäftigt, wie es hieß.

Tonnen werden in Kürze geleert

Der Landkreis, der für die Abfallentsorgung im nach Flächen größten Kreis bundesweit zuständig ist, wies darauf hin, dass die betroffenen Bürger zwischen Malchow, Waren, Neustrelitz und Woldegk ihre herausgestellten Mülltonnen an den Straßen stehen lassen sollten. «Es werden trotzdem Mülltonnen im Laufe der nächsten Tage geleert», erklärte Torsten Fritz als zuständiger Dezernent in Neubrandenburg. Der bestreikte Betriebsteil ist auch für die Entsorgung von Sperrmüll und Unternehmensabfällen zuständig, wie von Kliniken.

Laut Verdi hatte das Tochterunternehmen der Remondis-Gruppe zuletzt 1,2 Prozent mehr Lohn pro Jahr bei 36 Monaten Laufzeit angeboten. Das Problem sei, dass die Müllfahrer in MV bereits die bundesweit niedrigsten Löhne der Branche hätten – im kommunalen Auftrag. «Den Beschäftigten hilft kein Klatschen für Corona-Helden, sondern ein Lohn, von dem sie leben können», sagte Bialuch.

Gewerkschaft plant weitere "Nadelstiche"

Nach Angaben der Gewerkschaft verdienen die Fahrer monatlich zwischen 1700 und 2100 Euro brutto – im Schnitt verdienen Kraftfahrer in MV etwa 2500 Euro monatlich, bundesweit rund 3500 Euro. Die Gewerkschaft will ihre Streiks «nadelstichartig» in den nächsten Tagen fortsetzen, falls sie bis dahin keine Reaktion seitens Remondis bekommt, betonte Bialuch. Der Entsorger kündigte an, sich äußern zu wollen. Bis zum Nachmittag lag aber keine Reaktion vor. (dpa/hoe)

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