Bild: © Renault Trucks

Container-Bestellung per Online-Shop, papierlose Auftragsdurchführung, Routenführung per intelligentem Navigationssystem: Sind dies digitale Lösungen der fernen Zukunft oder schon angewandte Praxis in der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft? Eine neue Pilotstudie der Universität zu Köln soll Licht ins Dunkel bringen. Drei Wissenschaftler am Kölner Institut für Wirtschaftsinformatik untersuchen die Digitalisierung in der Branche jetzt mit einer breit angelegten Umfrage unter mehreren Hundert Unternehmen. Unterstützt wird die Pilotstudie von Zentek, einem Dienstleister für überregionale Entsorgungssysteme und von digitalen Angeboten in der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft.

„Alle reden darüber, aber es scheint, dass kaum einer den tatsächlichen Stand der Digitalisierung unserer Branche kennt. Es wird Zeit, dass wir einen möglichst umfänglichen Überblick bekommen. Schließlich wollen wir alle den Umwelt- und Klimaschutz immer mehr verbessern. Und die Digitalisierung kann uns helfen, das noch umwelt- und klimaschonender und auch kundenfreundlicher zu tun“, erklärt Stephan Schnück, Geschäftsbereichsleiter Zentek Digital, die Motivation, die Pilotstudie der Universität zu Köln zu unterstützen. Die Möglichkeit hierzu besteht für Unternehmen der Branche bis Freitag, 3. Juli, unter www.digitale-entsorgungswirtschaft.de. Die Ergebnisse der Umfrage sollen spätestens im Oktober vorliegen und veröffentlicht werden.

Untersuchungen zu Auswirkungen von Covid-19

Das Forschungsteam erhofft sich Antworten auf Fragen aus allen Unternehmensbereichen, unterstreicht Rebecca Borchard, die die Pilotstudie federführend umsetzt: „Wie weit ist die Digitalisierung tatsächlich vorangeschritten? Wo liegen die Defizite, wo die Chancen? Und welche konkreten digitalen Technologien setzen die befragten Unternehmen bereits ein? Wir wollen auf Basis der Ergebnisse unserer Pilotstudie den Stand der Digitalisierung der Entsorgungswirtschaft feststellen, einen Ausblick geben und auch Handlungsempfehlungen generieren.“  So geht es in der Umfrage unter anderem um allgemeine und spezifische Einflüsse der Digitalisierung auf die verschiedenen operativen und administrativen Unternehmensbereiche, um Vertriebskanäle, über die die Kunden bestellen, um die Automatisierung und das Überwachen der Transport- und Behälterlogistik oder um die Technik in Sortieranlagen.

Zugleich wollen die Wissenschaftler erfahren, welche Chancen und Risiken die Unternehmen mit der Digitalisierung verbinden, was Treiber und Hemmnisse für die weitere Entwicklung sind und wie sich aus ihrer Sicht die Kundenbedürfnisse entwickeln. Auch der Einfluss der Covid-19-Pandemie auf die Planungen wird erfragt. Fragen zu Geschäfts- und Finanzberichten werden in der Umfrage nicht gestellt, versichern die Initiatoren. Die Daten würden nach ethischen Richtlinien wissenschaftlicher Forschung erhoben und vertraulich behandelt. Es bestehe keine Möglichkeit, Rückschlüsse auf Personen oder Unternehmen zu ziehen. (hp)

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