Unzerkleinerte Kartons nehmen viel Platz in der Tonne ein. Das wirkt sich auch auf die Müllgebühren aus. Online-Händer sollen nun in die Pflicht genommen werden, fordert der VKU.

Unzerkleinerte Kartons nehmen viel Platz in der Tonne ein. Das wirkt sich auch auf die Müllgebühren aus. Online-Händer sollen nun in die Pflicht genommen werden, fordert der VKU.

Bild: © Robert Kneschke/Adobe Stock

Der Online-Handel boomt und mit ihm das Müllaufkommen. Versandkartons nehmen viel Platz in der Altpapiertonne ein, obwohl sie mengenmässig kaum ins Gewicht fallen. Bislang wurde der Volumenanteil von Kartons in der Tonne auf 15 bis 20 Prozent geschätzt, eine neue Studie im Auftrag des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) zeigt nun die tatsächlichen Dimensionen der Platzverschwendung auf: Es geht um einen Verpackungsanteil in Höhe von 64 bis 70 Prozent.

Für Verbraucher heißt das, sie zahlen zu viel, denn der unterschätzte Anteil wirkt sich auf die Müllgebühren aus. Kommunen und Duale Systeme teilen sich die Kosten für die Sammlung und Verwertung von Papier und Kartons untereinander auf. Bisher zahlen die dualen Systembetreiber im Durchschnitt nur 15 bis 20 Prozent – viel zu wenig also in Anbetracht des enorm gestiegenen Verpackungsanteils, erklärt VKU-Vizepräsident Patrick Hasenkamp.

Versandhändler an den Kosten beteiligen

Der Verbraucher wird hingegen doppelt an den Kosten beteiligt. Er zahlt bereits beim Kauf von verpackten Waren für deren Lizenzierung bei den Dualen Systemen und wird zudem noch mit steigenden Müllgebühren belastet. Für Hasenkamp steht deshalb fest: Die Systembetreiber müssten Wege finden, die Versandhändler in angemessener Höhe an den Kosten für die Altpapiersammlung zu beteiligen. "Das wäre auch ökologisch vorteilhaft: Der finanzielle Druck könnte für Versandhändler Anreize schaffen, über Alternativen zu dieser exzessiven Verpackungsflut nachzudenken", ergänzt er. (ls)

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