Die Detonation in dem Chempark ereignete sich am Dienstag gegen 9.40 Uhr.

Die Detonation in dem Chempark ereignete sich am Dienstag gegen 9.40 Uhr.

Bild: © Oliver Berg/dpa

Die schwere Explosion in einer Leverkusener Sondermüllverbrennungsanlage hat nach Angaben der nordrhein-westfälischen Landesregierung nach derzeitigem Kenntnisstand zu keiner Gesundheitsgefährdung der Anwohner geführt. NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) sagte am Montag im Düsseldorfer Landtag in einer Sondersitzung des Umweltausschusses, dass die Bodenproben mit Rußpartikeln, die nach dem Brand in der Umgebung niedergegangen waren, nach Erkenntnissen des NRW-Landesumweltamts (Lanuv) «nur geringe Gehalte» von Schadstoffen enthalten.

«Diese Ergebnisse bieten keinen Anhaltspunkt für eine relevante Erhöhung des Gesundheitsrisikos im untersuchten Bereich», folgerte Heinen-Esser. Die Ministerin kritisierte, dass das Unternehmen zunächst nur zögerlich Informationen geliefert habe. Dies sei allerdings wohl eher auf vorübergehende Überforderung und nicht auf eine bewusste Verzögerungstaktik zurückzuführen.

Aufklärung hat „höchste Priorität“

Bei dem Unglück Ende Juli waren sechs Menschen ums Leben gekommen, eine weitere Person wird vermisst. 31 Menschen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft Köln hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Zu den Ursachen ist noch nichts bekannt. «Die Aufklärung der Ursachen dieses Unglücks hat für uns höchste Priorität», versicherte Heinen-Esser.

Greenpeace hatte in der vergangenen Woche kritisiert, die Entwarnung für die Anwohner komme zu früh. Die Umweltschutzorganisation hatte selbst 20 Proben genommen und auswerten lassen. In zwei Proben seien leicht erhöhte Werte der krebserregenden Stoffe Dioxin und PCB gefunden worden. In Gärten und anderswo herumliegende Rußpartikel müssten deshalb fachgerecht eingesammelt und entsorgt werden.

Ähnliche Untersuchungsergebnisse

Dazu sagte Lanuv-Präsident Thomas Delschen am Montag in der Ausschusssitzung: «Die wesentlichen Ergebnisse der Greenpeace-Untersuchung bestätigen ja eigentlich unsere Einschätzung.» So seien bei allen Wischproben keine Dioxine gefunden worden, und auch bei den Proben der Rußpartikel-Niederschläge seien nur in zwei Fällen erhöhte Werte festgestellt worden. Es bleibe dabei, dass nach derzeitigem Kenntnisstand keine Schadstoffe in gesundheitsschädigendem Umfang freigesetzt worden seien. (dpa/hp)

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