Ein Reißverschluss klemmt, der Toaster streikt, die Jeans ist zu klein geworden: Im Alltag landen viele Gegenstände schneller im Abfall, als sie müssten. Dabei entscheidet sich oft schon lange vorher, ob aus einem Produkt später Müll wird – beim Einkauf, bei der Nutzung und bei der Frage, ob sich etwas reparieren, weitergeben oder gebraucht erwerben lässt.
Unter dem Motto "Ressourcen wertschätzen. Bewusst entscheiden!" widmet sich die Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV) deshalb in diesem Jahr der Ressourcenschonung bei der Kaufentscheidung. In Deutschland und ganz Europa zeigen Tausende Aktionen, wie Abfallvermeidung im häuslichen Alltag, in Unternehmen, in Kommunen, in Bildungseinrichtungen und in Vereinen gelingen kann. Die EWAV findet vom 21. bis 29. November 2026 statt. Anmeldungen von Aktionen sind ab dem 1. September möglich – mehr dazu weiter unten.
Die Botschaft der Aktionswoche ist eindeutig: Kreislaufwirtschaft beginnt nicht erst beim Recycling. Wer Produkte länger nutzt, repariert, weitergibt oder gebraucht statt neu kauft, verlängert deren Lebensdauer und schont Rohstoffe, Energie und Wasser. Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht.
Damit rückt die EWAV aktuelle politische Entwicklungen in den Mittelpunkt. Neben Recyclingquoten und Getrenntsammlung gewinnen Abfallvermeidung, Wiederverwendung und Reparatur auf europäischer und nationaler Ebene an Bedeutung. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz, die europäische Abfallrahmenrichtlinie und das Recht auf Reparatur verfolgen ebenso wie die Diskussionen über Sperrmüll und Textilien ein gemeinsames Ziel: weniger Ressourcenverbrauch und längere Produktlebenszyklen.
Kommunen können Vorbilder sein
Für Kommunen und öffentliche Einrichtungen bietet die vom Stadtwerkeverband VKU koordinierte Aktionswoche die Möglichkeit, bestehende Angebote sichtbar zu machen und neue Projekte anzustoßen. Dazu gehören etwa Reparatur- und Wiederverwendungszentren, kommunale Sharing-Angebote, abfallarme Großveranstaltungen oder Nachhaltigkeitskriterien in der öffentlichen Beschaffung. Auch Informationskampagnen für Bürgerinnen und Bürger können nachhaltige Konsummuster fördern.
Unternehmen können die Kreislaufwirtschaft unter anderem mit langlebigen und reparierbaren Produkten, Reparatur- und Wartungsangeboten, weniger Verpackungen sowie Rücknahme-, Leasing- und Sharing-Modellen voranbringen. Für Schulen, Kitas und Hochschulen bieten sich Reparaturworkshops, Upcycling-Projekte, Projekttage und schulweite Strategien zur Abfallvermeidung an. Sportvereine können bei Vereinsfesten und Turnieren Mehrweg nutzen, selten benötigte Ausrüstung gemeinsam anschaffen oder Tauschbörsen für Trikots und Sportartikel organisieren.
Wie vielfältig die Ideen sein können, zeigen die ausgezeichneten Aktionen der EWAV 2025. Das Goerdeler-Gymnasium Paderborn sammelte Elektrokleingeräte, verband die Aktion mit journalistischer Projektarbeit und produzierte einen Podcast über Elektroschrott. Die Abfallwirtschaft Dithmarschen machte globale Lieferketten und Ressourcenverbrauch in einem mobilen Escape-Room erlebbar. Und die GWR (gemeinnützige Gesellschaft für Wiederverwendung und Recycling mbH) in Frankfurt am Main füllte eine Badewanne mit rund 500 Kilogramm gesammelter Batterien, um die Mengen und die Gefahren falscher Entsorgung sichtbar zu machen.
Jede Aktion zählt
Ein Kommunikationskit mit Vorlagen, Bannern und weiteren Materialien steht online bereit. Die Aktionswoche richtet sich an Kommunen, Unternehmen, Schulen, Hochschulen, Vereine und Privatpersonen. Möglich sind beispielsweise Repair-Cafés, Kleidertausch- und Verschenkbörsen, Mehrweginitiativen, Bildungsprojekte, Sharing-Angebote, abfallarme Veranstaltungen oder Kampagnen gegen Lebensmittelverschwendung.
Jetzt für die EWAV 2026 anmelden
Interessierte können ihre Veranstaltung, ihr Projekt oder ihre Aktion für den Zeitraum vom 21. bis 29. November 2026 ab dem ersten September anmelden. Die Anmeldung dauert nach Angaben der Organisatoren etwa zwei Minuten und erfolgt online. Dort finden sich auch weitere Informationen, Beispiele aus den vergangenen Jahren und Hinweise zur Umsetzung. Wer mitmacht, macht Ressourcenschutz sichtbar – und zeigt, dass Abfallvermeidung mit praktischen Ideen, Kooperation und Engagement beginnt.
Auch zur digitalen EWAV-Auftaktveranstaltung können sich Interessierte inzwischen online anmelden.