Die MFC-Testanlage steht auf dem Gelände der RWE in Niederaußem.

Die MFC-Testanlage steht auf dem Gelände der RWE in Niederaußem.

Bild: © Fraunhofer Umsicht

Ein neues Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Frage, wie man nicht nur Phosphor, sondern auch Kohlenstoff und Wasserstoff aus Klärschlamm zurückgewinnen kann. Antworten darauf wollen die drei Partner RWE Power, die Ruhr-Universität Bochum (RUB) und das Fraunhofer Umsicht  geben. Dafür haben sie im RWE Innovationszentrum am Standort Niederaußem eine Forschungsanlage in Betrieb genommen.

In der Multi-Fuel-Conversion-Anlage (MFC) werden Gemische von Klärschlamm, Klärschlamm-Asche und Braunkohle hohen Temperaturen um 1500 Grad Celsius und starkem Sauerstoffmangel ausgesetzt. Auf diese Weise soll gasförmiger Phosphor freigesetzt werden, der – möglichst rein abgeschieden – zu Phosphorsäure verarbeitet werden kann. »RWE Power hat viel Erfahrung mit Techniken zur Umwandlung fester Brennstoffe zu gasförmigen Stoffgemischen«, hob RWE-Vorstand Lars Kulik hervor.

Bedeutung der Kohlenstoff-Forschung

Eckhard Weidner, Professor am RUB/Fraunhofer, betonte den zweiten wichtigen Aspekt des MFC-Projekts: die Kohlenstoff-Rückgewinnung. »Die Industriegesellschaften verabschieden sich von der Kohle, nicht aber vom chemischen Element Kohlenstoff, das unverzichtbar bleibt. Deshalb ist es für sie essenziell, technische Kohlenstoff-Kreisläufe zu erforschen, Kohlenstoff aus unterschiedlichen Quellen klimafreundlich zu erschließen und somit nachhaltige Konversionstechnologien zu entwickeln. Das MFC ist ein wichtiger Baustein in dieser globalen Forschung«, so der Wissenschaftler.

Im Rahmen des MFC-Verfahrens entsteht Synthesegas, eine Mischung aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid. Es kann als Rohstoff für die Produktion von Wasserstoff, aber auch von Methanol, Methan, Kunststoffen, Treibstoffen und weiteren Einsatzstoffen für die chemische Industrie eingesetzt werden. (hp)

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