Die neue Klärschlammverbrennungsanlage entsteht am Standort der Müllverbrennungsanlage Bielefeld.

Die neue Klärschlammverbrennungsanlage entsteht am Standort der Müllverbrennungsanlage Bielefeld.

Bild: © Andreas Frücht

Die 78 Kommunen der Klärschlammverwertung (KSV) OWL (OstWestfalenLippe) werden ihren Klärschlamm bis 2043 gemeinsam mit der MVA Bielefeld-Herford entsorgen. Die entsprechenden Verträge sind unterschrieben worden. Zuvor hatten alle 47 Gesellschafter der KSV OWL den Verträgen zugestimmt.

Die KSV OWL hatte über eine europaweite Ausschreibung einen strategischen Partner gesucht, der mit ihr zusammen über ein gemeinsames Tochterunternehmen ab 2024 bis 2043 die Klärschlämme entsorgt. In dem Auswahlverfahren konnte sich die MVA Bielefeld durchsetzen.

Auftragswert über 400 Mio. Euro

Die MVA ist eine Tochter von Interargem und gehört damit mehrheitlich zur Stadtwerke Bielefeld Gruppe. Das zukünftige gemeinsame Unternehmen OWL Ressourcen GmbH wird eine Klärschlammverbrennungsanlage (KVA) planen, bauen und betreiben.

Der Auftragswert beträgt nach heutigen Preisen mehr als 400 Millionen Euro. Mit der Unterschrift wird laut KSV OWL einer der größten Aufträge der kommunalen Entsorgung erteilt.

Synergiepotenziale des Standorts

Die neue KVA wird in Bielefeld neben der aktuellen Müllverbrennungsanlage errichtet. Damit können Synergiepotenziale an dem Standort genutzt werden. So wird die KVA an die vorhandene Rauchgasreinigungsanlage angebunden. Vorteilhaft ist dabei, dass die notwendigen Genehmigungen schon bestehen.

Um die Klärschlammentsorgung bis zur Inbetriebnahme sicherzustellen und zur Absicherung der Kooperation hat sich die MVA Bielefeld-Herford einen im Klärschlammbereich erfahrenen Partner an die Seite geholt.

Konzept für die Übergangszeit

So wird zunächst der Klärschlamm zusammen mit Bertrem, einer Tochter des Wasserwirtschaftsverbandes Emschergenossenschaft, entsorgt. Die Gesellschaft verfügt in Lünen über eine eigene Klärschlammverbrennungsanlage und über weitere Entsorgungskapazitäten.

Wenn dann in Bielefeld die neue KVA errichtet sein wird, werden dort insgesamt rund 35.000 Tonnen Trockensubstanz Klärschlamm behandelt werden können. Für die weiteren noch rund 10.000 Tonnen Trockensubstanz steht die Bertrem-Tochter Innovatherm zur Verfügung.

Erzeugung von Fernwärme und Strom

Durch den Neubau kann für Bielefeld mehr Fernwärme und Strom erzeugt werden, weil regionale Wärmepotenziale der B+T Gruppe in Horn-Bad Meinberg genutzt werden, um Klärschlamm zu trocknen. In der neuen KVA können künftig bis zu 65.300 MWh Fernwärme pro Jahr erzeugt werden. Bei der Stromerzeugung werden bis zu 23.960 MWh pro Jahr erwartet.

Die KSV OWL will ab 2029 auch die Phosphorrückgewinnung aus den bei der Verbrennung anfallenden Aschen sicherstellen. Hierfür wird sie nun den Markt sondieren und die Planungen vorantreiben. (hp)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper