Derzeit gilt für Müllverbrennungsanlagen in der Emissionshandelsrichtlinie eine Ausnahmereglung.

Derzeit gilt für Müllverbrennungsanlagen in der Emissionshandelsrichtlinie eine Ausnahmereglung.

Bild: © Ronedya/AdobeStock

Die 29 Abfallverwertungsanlagen in der Schweiz sind für fünf Prozent der gesamten CO2‐Emissionen des Landes verantwortlich. Um das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen, haben die Schweizer Bundesrätin Simonetta Sommaruga, Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), und Bastien Girod, Präsident des Verbands der Betreiber Schweizerischer Abfallverwertungsanlagen (VBSA), eine Vereinbarung unterzeichnet.

Darin verpflichten sich die Abfallverwerter, jährlich 1 Mio. Schweizer Franken in CCS‐Technologien zu investieren. Zudem verpflichtet sich der Verband, bis spätestens 2030 eine erste Abscheideanlage mit einer Kapazität von 100.000 Tonnen CO2 in Betrieb zu nehmen. Im Gegenzug nehmen die Müllverbrennungsanlagen – in der Schweiz Kehrichtverwertungsanlagen (KVA) genannt – weiterhin nicht am Emissionshandelssystem teil.

Jährliche Meilensteine

Mit der Vereinbarung haben sich der VBSA und das UVEK auf einen Fahrplan mit konkreten jährlichen Meilensteinen geeinigt. Bevor die erste Abscheideanlage bei einer KVA in Betrieb geht, muss die CCS‐Technologie weiterentwickelt und an die spezifischen Rahmenbedingungen einer KVA angepasst werden. Parallel dazu muss auch eine Infrastruktur aufgebaut werden, um das CO2  transportieren und dauerhaft speichern zu können.

Zudem müssen alle diese Entwicklungen schnell skalierbar sein: Nach 2030 muss die abgeschiedene CO2‐Menge rasch steigen, nämlich bis 2035 auf 400.000 Tonnen. Bis 2050 muss die Technologie auch in der übrigen Industrie angewendet werden und gemäß delm Schweizer Bundesrat 7 Mio.Tonnen abscheiden.

Ein historischer Schritt

«Der Aufbau dieser neuartigen Klimaschutz‐Infrastruktur ist eine Generationenaufgabe, vergleichbar in ihrem beträchtlichen Umfang mit dem Aufbau der Abwasserreinigung im vergangenen Jahrhundert», sagt Robin Quartier, Direktor des VBSA. (hp)

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