Von links oben im Uhrzeigersinn: 
Laura Partikel, Managerin Netzwerk Frauen in der Kommunalwirtschaft; Christiane Wolff, Kommunikationsberaterin, Moderatorin und Mitglied des Strategiekreises und Carina Bartmann, Co-Founderin und Leiterin von Conmadres

Von links oben im Uhrzeigersinn: Laura Partikel, Managerin Netzwerk Frauen in der Kommunalwirtschaft; Christiane Wolff, Kommunikationsberaterin, Moderatorin und Mitglied des Strategiekreises und Carina Bartmann, Co-Founderin und Leiterin von Conmadres

Bild: © Screenshot ZfK

Vom schnelllebigen Agentur-Vollzeitjob in eine Teilzeitstelle nach der Geburt ihres ersten Kindes. Carina Bartmann, Co-Founderin und Leiterin des Mütternetzwerks Conmadres hat am eigenen Leib erfahren, wie frustrierend es sein kann, nach der Elternzeit in den Job zurückzukehren und plötzlich ganz anders wahrgenommen und behandelt zu werden. "Überspitzt gesagt, saß ich da in einer Teilzeitstelle, mit all meinem Potenzial und keiner wollte es haben. Ich war frustriert, fühlte mich nicht gebraucht und habe gedacht: Okay, daran muss ich etwas ändern."

Ihre ersten Schritte in diese Richtung machte sie mit Einzelcoachings für Mütter. Das Problem: "Ab der Tür der Chefetage war fast immer Schluss." Es muss sich also etwas am System und in den Organisationen selber verändern. "Deswegen bin ich schließlich in Richtung Organisationsentwicklung gegangen."

Veränderung auf struktureller Ebene

Die von ihr mitgegründete Unternehmensberatung Conmadres unterstützt seit 2011 Unternehmen bei der Mütter- und Väterförderung. "Jedes unserer Unternehmen hat ein eigenes Netzwerk für Mütter und/oder Väter. Das ist sozusagen unser Kern: Zunächst bauen wir ein unternehmensinternes Netzwerk auf und begleiten es dann strategisch."

Bartmann will gesellschaftlich etwas für Mütter verändern. Sie möchte die Wahrnehmung von Müttern als Individualschicksale, für die ein bisschen mehr Organisation die Universallösung sein soll, aufbrechen und aufzeigen, dass die Hürden für berufstätige Mütter struktureller Natur sind.

Wunsch und Wirklichkeit bei den Arbeitszeiten von Eltern

Ein Ziel, das auch aus wirtschaftlicher Sicht durchaus Sinn ergebe, wie die systemische Müttercoachin und Organisationsentwicklerin erklärt. "Studien zeigen, dass fast 70 Prozent der Mütter, aber nur acht Prozent der Väter nach der Elternzeit in Teilzeit arbeiten." In einer Hochrechnung hat das Bundesinstitut für politische Bildung im letzten Jahr untersucht, wie die idealen Arbeitszeiten von Eltern aussehen würden. "Die Ergebnisse finde ich extrem spannend."

Es kam heraus, dass, wenn Mütter so viel arbeiten würden, wie sie eigentlich wollen, rund 645.000 Vollzeitäquivalente mehr zur Verfügung stünden als aktuell. Väter dagegen würden im Schnitt gerne weniger arbeiten. "Berücksichtigt man die Reduzierung durch die Väter, würde das immer noch bedeuten, dass wir insgesamt über 300.000 Vollzeitäquivalente mehr zur Verfügung hätten."

Bootcamp-Elternschaft

Ein weiterer Punkt, der laut Bartmann viel zu oft außer Acht gelassen werde, sind die Fähigkeiten, die Eltern durch ihre neue Rolle erlernen und wiederum in die Berufswelt übertragen können. So wird aus Streitschlichtung zwischen Geschwistern, Mediation und Konfliktmanagement. Aus spontanen Planänderungen im Alltag wird Zeit- und Ressourcenmanagement, aus der Begleitung bei überkochenden Emotionen wird emphatische Führung und aus der Erfahrung, dauerhaft Verantwortung für einen anderen Menschen zu tragen, ein Leadership Mindset.

"Sich dessen bewusst zu sein, was ich da alles lerne in diesem ‘Bootcamp-Elternschaft’, dass ich eigentlich randvoll mit Kompetenz aus der Elternzeit wiederkomme und das dann auch einfach mal in Management-Sprache übersetze, ist wirklich unglaublich wertvoll."

Hinweis der Netzwerkorganisatorin Laura Partikel vom VKU Verlag: "Uns ist bewusst, dass das Thema Vereinbarkeit viele Lebensmodelle und unterschiedliche Herausforderungen umfasst – von Vätern über pflegende Angehörige bis hin zu anderen Care-Konstellationen. In dieser Session und der darauffolgenden Berichtserstattung legen wir den Fokus bewusst auf die Erfahrungen und Perspektiven von Müttern, ohne andere Formen von Vereinbarkeit auszuschließen."

Die nächste digitale Session des Frauennetzwerks mit Christiane Wolff, "Der 5-Schritte-Plan zur individuellen Karrieregestaltung", findet am 14. Oktober 2025 von 8:30 bis 10:00 Uhr statt. Mehr Informationen finden Sie hier.

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