Eine aktuelle Umfrage des Karrierenetzwerks Xing zeigt: Mehr als jeder Vierte (28 Prozent) in Deutschland hat schon Diskriminierung aufgrund seines Alters im Berufsleben erfahren. Bei den 50- bis 67-Jährigen steigt dieser Wert auf 34 Prozent.
Jeder Fünfte (18 Prozent), der schon einmal aufgrund seines Alters diskriminiert wurde, empfand diese Benachteiligung als sehr groß, jeder zweite Befragte (51 Prozent) als eher groß. Die meisten Betroffenen (52 Prozent) haben eine Mischung aus emotionaler und struktureller Diskriminierung erlebt.
Strukturelle Diskriminierung
Strukturelle Diskriminierung in Form von altersbegrenzenden Regeln hat jeder Fünfte (22 Prozent) der Betroffenen erfahren. Sie berichten, dass sie Aufgaben erhielten, die unter ihrem Anforderungsprofil lagen (42 Prozent). Frauen sind hiervon besonders betroffen (47 Prozent gegenüber 38 Prozent bei Männern).
Fast genauso viele berichten, dass ihr Aufgabenbereich beschränkt wurde (41 Prozent), hier sind vor allem Männer im Nachteil (47 Prozent gegenüber 35 Prozent bei Frauen). Jeder Dritte (31 Prozent) bekam keine Angebote für Fort- oder Weiterbildungen mehr und jeder Vierte (26 Prozent) wurde bei der Beförderung benachteiligt.
Emotionale Diskriminierung
Emotionale Diskriminierung in Form von sozialer Ausgrenzung oder persönlichen Beleidigungen hat fast jeder Fünfte (18 Prozent) der Betroffenen erlebt. In mehr als der Hälfte der Fälle (57 Prozent) ging diese Diskriminierung von der Führungskraft aus; bei einem Drittel (34 Prozent) waren es Kollegen der gleichen Hierarchiestufe.
„In einem Land, in dem viele Unternehmen Diversity-Richtlinien zu Religion, Geschlecht oder Herkunft haben, wird über Altersdiskriminierung in der Arbeitswelt noch viel zu wenig gesprochen – und vor allem wird zu wenig dagegen vorgegangen“, sagt Thomas Kindler, Managing Director von Xing.
Wenig Gegenwehr
„Dass in der Mehrheit der Fälle die Führungskraft diejenige ist, von der die Diskriminierung ausging, ist alarmierend. Statt bewährte Arbeitskräfte zu unterstützen und ihre Erfahrung wertzuschätzen, werden Menschen schrittweise auf das berufliche Abstellgleis geschoben.“
Überraschend ist, dass mehr als die Hälfte (54 Prozent) angesichts dieser Diskriminierung nichts unternommen hat: Nur 20 Prozent haben sich beim Arbeitgeber intern beschwert, 19 Prozent haben das Unternehmen infolgedessen gewechselt. (sh)



