Eon und mehrere Netzgesellschaften suchen auf Social-Media nach weiblichen MINT-Fachkräften. (Symbolbild)

Eon und mehrere Netzgesellschaften suchen auf Social-Media nach weiblichen MINT-Fachkräften. (Symbolbild)

Bild: © Yingyaipumi/AdobeStock

Welche Berufe besonders gefragt sind, welches die Auf- und Absteiger sind, zeigt eine Analyse des Jobmonitors der Bertelsmann Stiftung, für die rund 45 Millionen Online-Stellenanzeigen der Jahre 2019 bis Juni 2023 ausgewertet wurden. Den Spitzenplatz im Ranking 2022 nehmen die Sekretariats- und Bürokräfte ein. Jede 42. Online- Stellenanzeige wird für diese Berufsgruppe ausgeschrieben. 

Verkäufer:innen im Einzelhandel werden besonders in den Kreisen im Norden und Süden Deutschlands gesucht. Sie nehmen den zweiten Platz ein. Auch die Logistik boomt: In 162 von 401 Kreisen in Deutschland sind die Helfer:innen in der Lagerlogistik der gefragteste Beruf. In der bundesweiten Betrachtung landet der Beruf auf dem dritten Rang.

Die in der Energiebranche besonders gefragten Fachkräfte im Bereich der Energietechnik befinden sich unter den Top 20 der gesuchten Fachkräfte: 2022 rangierten sie auf Platz 16. Im ersten Halbjahr 2023 sprang diese Berufsgruppe auf Platz elf.

Die zehn gefragtesten Berufe in 2022 (in Klammern die Angaben für das erste Halbjahr 2023):

  1. Unternehmensorganisation und Strategie (2)
  2. Einkauf und Vertrieb (1)
  3. Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (4)
  4.  Verkauf (ohne Produktspezalisierung) (3)
  5. IT-Netzwerkt., -Koord., -Administr., -Orga. (7)
  6. Informatik (8)
  7. Büro und Sekretariat (5)
  8. Werbung und Marketing (9)
  9. Erziehung, Sozialarb., Heilerziehungspfl. (6)
  10. Personalwesen und -dienstleistung §14)

Die wichtigsten Auf- und Absteiger

Die größten Aufsteiger zwischen 2019 und 2022  einschließlich erstes Halbjahr 2023 unter den meistgesuchten Berufen kommen aus der Human- und Zahnmedizin (+17 Plätze). Platz zwei nimmt die Be rufsgruppe der Hauswirtschaft und Verbraucherberatung ein, gefolgt von „Angehörigen der regulären Streitkräfte in sonstigen Rängen“ (beide jeweils +14 Plätze).

Die drei Berufe mit den größten Verlusten sind Fachkräfte der Mechatronik (-76 Plätze), Werkzeugtechnik (-54 Plätze) und Bankkaufleute (-43 Plätze). Der Trend zeigt für alle drei Berufe im ersten Halbjahr 2023 allerdings wieder nach oben.

Verstärkte Suche nach Fachkräften

"Bei vielen Fachkraftberufen haben sich die Arbeitgeber:innen in den vergangenen Jahren eine gewisse Zurückhaltung auferlegt. Das scheint sich in 2023 wieder zu ändern", sagt Herdin. Der Anteil an Fachkraftstellen ist von 2020 bis 2022 um mehr als vier Prozentpunkte auf etwa 37 Prozent gesunken. Im ersten Halbjahr 2023 gibt es aber mit knapp 41 Prozent wieder einen größeren Anteil an Fachkraftstellen.

Die dynamische Entwicklung des Arbeitsmarktes zeigt sich aber nicht nur an der veränderten Nachfrage nach Berufen – sie betrifft auch die Anforderungsniveaus. "Entgegen der häufigen Ansicht sterben die Helferberufe nicht aus. Stattdessen verändern sie sich im Zuge von Marktentwicklungen und der Digitalisierung kontinuierlich", sagt Gunvald Herdin.

Höheres und niedrigeres Anforderungsprofil

So sind außerhalb der Lagerwirtschaft im ersten Halbjahr 2023 Helfer:innen vor allem im Reinigungsgewerbe (Platz 5), im Gastronomieservice (Platz 15) und als Gabelstaplerfahrer:innen (Platz 20) gefragt. Auch zu den meistgesuchten Fachkräften mit Berufsausbildung zählen Fachkräfte in der Lagerwirtschaft (Platz 6), daneben Gesundheits- und Krankenpfleger:innen (Platz 8) und Kraftfahrzeugtechniker:innen (Platz 11)

Auf den höheren Anforderungsniveaus sind Spezialist:innen (Meister-, Techniker- und Bachelor-Niveau) in der Unternehmensorganisation (Platz 4), der Buchhaltung (Platz 9) sowie in Werbung und Marketing (Platz 10) gefragt. Expert:innen (Master-Niveau) werden besonders für den Vertrieb (Platz 7) und für die Softwareentwicklung (Platz 13) gesucht.

Eintrübung der Konjunktur wirkt sich aus

Arbeitgeber:innen reagieren schnell auf konjunkturelle Veränderungen und aktuell verschlechtert sich die konjunkturelle Lage in einigen Branchen, beispielsweise in der Baubranche. Das zeigt sich sehr schnell bei den Stellenausschreibungen.

Wie groß der Bedarf auf dem Arbeitsmarkt ist, zeigt auch die kontinuierlich steigende Zahl der Online-Stellenanzeigen. Sie erreichte 2022 einen neuen Höchststand von rund 12 Millionen Job-Anzeigen. Der Wachstumstrend setzt sich auch im ersten Halbjahr 2023 fort. Schon in den ersten sechs Monaten veröffentlichten die Arbeitgeber:innen 6,2 Millionen Online-Stellenanzeigen. Allerdings bleibt abzuwarten, ob sich das auch für das zweite Halbjahr fortsetzt.

"Arbeitgeber:innen reagieren schnell auf konjunkturelle Veränderungen und aktuell verschlechtert sich die konjunkturelle Lage in einigen Branchen, beispielsweise in der Baubranche. Das zeigt sich sehr schnell bei den Stellenausschreibungen, wie wir mit dem Jobmonitor täglich beobachten können", sagt Herdin. (hp)

Weitere Hintergründe und Daten zum Wandel des Arbeitsmarktes finden Sie hier.
 

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