Die Juristin Insa Nanninga war seit August 2018 kommissarisch und ist seit 13. März 2019 mit einem Fünf-Jahres-Vertrag zweiter Vorstand Der Bremer Stadtreinigung (DBS).

Die Juristin Insa Nanninga war seit August 2018 kommissarisch und ist seit 13. März 2019 mit einem Fünf-Jahres-Vertrag zweiter Vorstand Der Bremer Stadtreinigung (DBS).

Bild: © Tristan Vankann/Die Bremer Stadtreinigung AöR

Die Volljuristin Insa Nanninga ist vergangenen Mittwoch auf fünf Jahre zum zweiten "Vorstand" der Bremer Stadtreinigung (DBS) bestellt worden, einer Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) der Stadtgemeinde Bremen. Dies teilte DBS am Montag unter Berufung auf den Verwaltungsrat mit. Frau Nanninga hatte ihr Amt demnach kommissarisch bereits seit vergangenem August inne. Sie wird nun auf lange Sicht Kollegin von Daniela Enslein. Diese hat ihr Vorstandsamt seit Anfang 2018 inne und äußert sich in der Pressemitteilung freudig über die endgültige Bestellung Frau Nanningas.

Von den Ressorts des bisherigen "Alleinvorstandes" Daniela Enslein bekam Insa Nanninga Abfallwirtschaft, Stadtsauberkeit und das Kundenmanagement. Bei Frau Enslein bleiben laut Website:

  • Querschnittsaufgaben wie Finanzen, Controlling, Personal, IT, Unternehmenskommunikation,
  • der Betrieb der Recycling-Stationen, der Deponie und der Straßenreinigung sowie
  • das Beteiligungsmanagement.

Bindeglied zum Rathaus

Frau Nanninga ist im Grunde das Bindeglied zum Eigentümer, dem Senat der Freien Hansestadt, und dessen Gestaltungswillen. Nach ihrem Jura-Studium und einer kurzen wissenschaftlichen Tätigkeit übt sie seit 1989 Führungsfunktionen im Bremer Rathaus aus, zunächst beim Gesundheitssenator, aber seit 1993 durchgehend in verschiedenen Funktionen zu den Themen Abfallrecht, Abfallwirtschaft und Stadtsauberkeit, die stets beim Umweltsenator angesiedelt waren. Sie war an der gesamten Strukturentwicklung der örtlichen Branche von der Privatisierung der Bremer Entsorgungsbetriebe (BEB) 1993 bis zur Rekommunalisierung in hohen exekutiven Stellungen beteiligt: 2004 bis 2006 leitete sie die BEB kommissarisch, von 2015 bis 2018 verantwortete sie das Projekt "NAS 2018" zur Neuorganisation der kommunalen Abfallwirtschaft, zuvor und teilweise überlappend führte sie die Geschäfte des bremischen Sondervermögens Abfall.

Ihre Kollegin Daniela Enslein ist demgegenüber eine Betriebswirtin, die ihre gesamte bisherige Karriere in Unternehmen der privaten und kommunalen Entsorgungs- und Energiebranche verbracht hat. Bei Remondis bekleidete sie bis 2008 Führungspositionen und wechselte dann zunächst in die kommunale Energiewirtschaft: Bis 2016 entwickelte Frau Enslein für die Energie Südbayern neue Geschäftsfelder, danach leitete sie den Geschäftskundenvertrieb der Kölner Rheinenergie.

Privatisierung mit Nehlsen, Rekommunalisierung mit Nehlsen

Die damaligen Bremer Entsorgungsbetriebe waren 1993 in einer Ampelkoalition unter Führung von Klaus Wedemeier (SPD) privatisiert worden. Sie gingen an ein Konsortium vor allem aus dem privaten Bremer Entsorger Nehlsen AG und der örtlichen EWE-Tochter SWB AG. Im Hinblick auf das Auslaufen der Konzession 2018 rekommunalisierte die amtierende rot-grüne Koalition unter Carsten Sieling (SPD) die Abfallwirtschaft teilweise, ergänzt die DBS-Pressestelle gegenüber der ZfK. "Teilweise" bedeutete von vorneherein: mit einem privaten Partner, der aus zwei separaten EU-Ausschreibungen hervorging. Es war wieder Nehlsen. Ihm gehören nun jeweils 50,1 Prozent der Abfalllogistik Bremen GmbH (ALB), die den Müll abfährt, und der Straßenreinigung Bremen GmbH (SRB), die die Stadtsauberkeit und den Winterdienst umsetzt. Die seit Anfang 2018 aktive DBS AöR ist darin jeweils der Minderheitsgesellschafter. (geo)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper