Udo Brockmeier, Vorstandschef der Stadtwerke Düsseldorf am Mittwoch in einer Sitzung überraschend angekündigt, nur noch seinen Vertrag bis 2020 zu erfüllen und dann zu gehen. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Tochter von EnBW und Stadt hervor.
"Wegen Digitalisierung Topmanagement verjüngen"
Die Begründung des 59-Jährigen lässt aufhorchen:
- Eine "Verjüngung des Topmanagements" sei ein "wesentlicher Faktor", um die Digitalisierung zu bewältigen, sei seine "feste persönliche Überzeugung". Es "wäre" ihm, schreibt Brockmeier, "eine große Freude und ein Herzensanliegen", in den restlichen zwei Jahren "ein junges Managertalent an die Hand nehmen zu dürfen".
- Und er wolle den richtigen Übergabezeitpunkt wählen. Man kann ergänzen: selbst wählen. Üblicherweise stehen Verhandlungen und Entscheidungen über Vertragsverlängerungen erst im Jahr vor dem Auslaufen des Altvertrags an. Das wäre 2019 gewesen. Brockmeier hätte bei Erfolg mit 61 weitergemacht und wäre bei einem vollen Fünf-Jahres-Vertrag erst mit 66 in Pension gegangen.
Bedauern auch beim Betriebsrat
Brockmeiers Schritt trifft auf allseitiges Bedauern und Respekt im Aufsichtsrat:
- Dessen Vorsitzender, EnBW-Vorstand Bernhard Beck, rühmt die Einigkeit zwischen Karlsruhe und Düsseldorf über die strategische Ausrichtung der Stadtwerke und drückte seine Freude aus, Brockmeier "zumindest" noch zwei Jahre "an Bord zu haben".
- OB Thomas Geisel schreibt: "Die Vorstellung fällt mir schwer, auf dieses außergewöhnliche energiewirtschaftliche Talent und diesen geradlinigen Manager verzichten zu müssen."
- Der Betriebsrat lobt Brockmeier in den höchsten Tönen. Dessen Vorsitzender Volker Hüsgen: "Uns beeindruckt, mit welcher Konsequenz er erneut das Wohl des Unternehmens voranstellt." Brockmeier habe an der guten wirtschaftlichen Lage und Zukunft der Stadtwerke Düsseldorf "besonderen Anteil". Das sei der Belegschaft bewusst.
Brockmeier ist nur der zweitälteste Vorstand
Der habilitierte Energietechnik-Ingenieur Udo Brockmeier wurde im Juli 2010 vom Chefposten der EnBW-Kraftwerksgesellschaft aus zum Vorstandsvorsitzenden in Düsseldorf berufen, zusammen mit dem damaligen Kollegen Uwe Benkendorff, dem Mitte 2013 Hans-Günther Meier (52) nachfolgte. Im Herbst 2015 kam Manfred Abrahams (59) für Rainer Pennekamp in das dreiköpfige Führungsgremium. Brockmeiers Vertrag läuft im Juni 2020 aus.
Und er ist nur das zweitälteste Vorstandsmitglied: Abrahams ist gut ein halbes Jahr älter. Das alles geht aus dem Lebenslauf Brockmeiers und aus dem Handelsregister hervor. (geo)



