Weniger als ein Drittel der deutschen Unternehmen hat die Umstellung auf Homeoffice und mobiles Arbeiten ohne Probleme bewältigt: Nur 27 Prozent der Chef*innen geben diese Antwort in einer Umfrage für die Studie "Die Zukunft des Arbeitens".
Das Deutsche Innovationsinstitut für Nachhaltigkeit und Digitalisierung (DIND) hat dazu im Auftrag von O2 Telefónica 2767 Unternehmen befragt. Diese können für ihre Einschätzung auf die Lockdown-Erfahrungen von mehr als zwei Corona-Jahren zurückgreifen.
Innovationen schwerer
Demnach bewerten 14 Prozent der befragten Chef*innen die Arbeit als produktiver, wenn Mitarbeiter*innen nicht im Büro tätig sind. Dagegen schätzen 44 Prozent der Teilnehmer*innen die Effektivität bei mobilen Arbeitsformen niedriger ein.
71 Prozent beklagen sogar eine geringere Kreativität bei Teams, die über verschiedene Orte verteilt sind. Produkt- und Prozessinnovationen würden so erschwert.
Mehr Geld für IT-Ausstattung
"Weniger Kreativität im Homeoffice bedroht die Innovationskraft des deutschen Mittelstands und damit unser wichtigstes Asset", sagt Marc Wittbrock, Geschäftsführer, DIND. "Wir sind auf die Ideen unserer Menschen angewiesen, um unseren Wohlstand langfristig zu sichern."
Gut drei Viertel der Befragten planen in den nächsten ein bis zwei Jahren konkrete Investitionen in ihre IT-Ausstattung, weil diese für Mobile Work unerlässlich sei. Unter den genannten Lösungen finden sich vor allem der verstärkte Einsatz von Cloud-Technologie sowie von Programmen, die die Kommunikation und Kollaboration von vernetzten Teams untereinander erleichtern sollen.
Wettbewerb um junge Talente
So sollen die negativen Folgen von Homeoffice aufgefangen werden, an dem 86 Prozent der befragten Geschäftsführer*innen festhalten wollen: Sie fürchten angesichts des herrschenden Fachkräftemangels offenbar, andernfalls im Wettbewerb um junge Talente zurückzufallen.
"Der deutsche Mittelstand hat die Bedeutung der digitalen Transformation für seine internationale Wettbewerbsfähigkeit verstanden, wie die Studie belegt", sagt Karsten Pradel, Direktor B2B bei O2 Telefónica. "Um mittelfristig die Profitabilität zu steigern und Kosten einzusparen, sind jetzt stärkere Investitionen in Digitalisierungskompetenz und technische Ausrüstung nötig". (jk)



