Werden bald nicht mehr Geschäftsführer der Stadtwerke Jena sein: Thomas Dirkes (links) und Thomas Zaremba.

Werden bald nicht mehr Geschäftsführer der Stadtwerke Jena sein: Thomas Dirkes (links) und Thomas Zaremba.

Bild: © Jena Stadtwerke/Schroll

Der Betriebsrat hatte es bereits geahnt, jetzt ist es Gewissheit. Thomas Zaremba und Thomas Dirkes, Geschäftsführer der Stadtwerke Jena und der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck, werden ihre Ämter im Verlauf des nächsten Jahres niederlegen.

Der Kommunalkonzern teilt mit, dass er "eine Neuausrichtung der Unternehmensgruppe in ihrer Führungsstruktur" beabsichtige. Und eben zu dieser Neuausrichtung gebe es unterschiedliche Auffassungen.

Betriebsrat: "Machen guten Job"

Dazu gehöre insbesondere auch die Abkehr vom Prinzip der Doppelspitze in Personalunion der Geschäftsführungen von Stadtwerke Jena Gruppe und der Stadtwerke Energie. "Die Zusammensetzung der Geschäftsführung [...] soll zukünftig die Bedeutung der Tochterunternehmen der Gruppe stärker widerspiegeln", heißt es.

Zaremba und Dirkes galten weithin als erfolgreiche Manager. "Beide Geschäftsführer machen einen guten Job, leiten das Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich und immer mit dem Ziel, langfristig für die Stadt Jena und die Beschäftigten da zu sein", schrieben die Betriebsratsvorsitzenden Dirk Hucke und Diana Henze noch vor wenigen Wochen in einem Brief an den Aufsichtsrat des Unternehmens. (Die ZfK berichtete.)

Operativ auf Kurs

Auch Thomas Nitzsche (FDP), Oberbürgermeister Jenas und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke, lobte das Duo: "Es ist ihr Verdienst, dass die Unternehmen und Geschäftsbereiche der Stadtwerke Gruppe wirtschaftlich und personell hervorragend aufgestellt sind." Tatsächlich waren die Töchterunternehmen der Stadtwerke in den vergangenen Jahren gewachsen und operativ auf Kurs, wie die Stadtwerke-Gruppe bestätigte.

Trotzdem hatte der Aufsichtsrat die Wiederbestellung Zarembas für weitere fünf Jahre in seiner Septembersitzung von der Tagesordnung genommen. Zaremba ist seit 2010 Geschäftsführer des Kommunalversorgers, Dirkes seit 2012.

Keine klaren Mehrheiten im Aufsichtsrat

Vertreter der Parteien Die Linke sowie von CDU, SPD und FDP hätten dabei an einem Strang gezogen, hieß es danach. Laut ZfK-Informationen ist die kommunalpolitische Landschaft in Jena stark zersplittert. Es gibt keine klaren Mehrheiten.

Offenbar herrschte Uneinigkeit, worauf sich die Gruppe künftig konzentrieren solle. Zur Neuausrichtung gebe es unterschiedliche Auffassungen, schreibt das Unternehmen.

Vorerst bleiben Geschäftsführer noch

Bürgermeister und Stadtentwicklungsdezernent Christian Gerlitz (SPD) wurde konkreter. "Über die nachhaltige Energieversorgung hinaus werden die Stadt und unsere Stadtwerke-Gruppe auch in Bezug auf attraktiven und bezahlbaren Wohnraum und umweltfreundliche Mobilität eng zusammenwirken", teilte er mit. "Jenawohnen und der Jenaer Nahverkehr als starke Unternehmen der Gruppe werden mit ihren ganz eigenen Profilen zukünftig noch sichtbarer und agiler auftreten."

Vorerst werden Zaremba und Dirkes Geschäftsführer bleiben und die Neuausrichtung begleiten, ehe sie laut Pressemitteilung im Laufe des nächsten Jahres die Stadtwerke verlassen werden.  Der Vertrag von Dirkes wäre eigentlich noch bis 2022 gelaufen. "Gemeinsam werden wir bei der Nachfolge aus der Gruppe heraus Kontinuität sicherstellen", versicherte Aufsichtsratschef Nitzsche.

Rund 1600 Mitarbeiter

Die Stadtwerke Jena-Gruppe beschäftigt aktuell rund 1600 Mitarbeiter. Bei einer Bilanzsumme von circa 840 Millionen Euro erwirtschaftet die Gruppe nach eigenen Angaben einen Jahresüberschuss von circa 30 Millionen Euro. (ab/hoe)

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