Die EU-Kommission will Grenzwerte für zwei
gesundheitsschädliche Chemikalien einzuführen. (Symbolbild)

Die EU-Kommission will Grenzwerte für zwei gesundheitsschädliche Chemikalien einzuführen. (Symbolbild)

Bild: © Canaan/AdobeStock

Die EU-Kommission will Menschen an ihrem Arbeitsplatz besser vor Atemwegserkrankungen und Risiken während der Schwangerschaft schützen. Wie die Brüsseler Behörde am Montag mitteilte, schlägt sie deshalb Grenzwerte für die gesundheitsschädlichen Chemikalien Blei und Diisocyanate vor. Die Stoffe dürften im Zuge der Energiewende vermehrt zum Einsatz kommen, weil sie etwa für die Herstellung von Batterien und den Bau von E-Autos, Windturbinen sowie für Gebäudeisolierungen verwendet werden.

Nach Schätzungen der EU-Kommission sind in der EU schon jetzt rund 100.000 Menschen bei ihrer Arbeit dem Stoff Blei ausgesetzt. Jährlich treten demnach etwa 300 Krankheitsfälle auf, die darauf zurückzuführen sind. Weil die Chemikalie die Sexualfunktion, die Fruchtbarkeit und die Entwicklung eines Fötusses beeinflussen kann, sollen die bestehenden Grenzwerte am Arbeitsplatz weiter gesenkt werden. Dabei soll eine maximale Konzentration des Stoffes in der Luft, die Arbeitnehmer einatmen, festgelegt werden.

Grenzwerte für Diisocyanate

Zudem sollen erstmalig Grenzwerte für Diisocyanate eingeführt werden, denen laut EU-Kommission schätzungsweise 4,2 Mio. Arbeitnehmer ausgesetzt sind. Die Chemikalien kommen etwa in Schaumstoffen, Lacken und Klebstoffen vor. 9 bis 15 Prozent aller Erwachsenen mit Asthma waren Diisocyanaten demnach früher ausgesetzt. Es ist eine Übergangsfrist bis Ende 2028 vorgesehen.

"Dieser Vorschlag wird dazu beitragen, die Arbeitsplätze gesünder und sicherer zu machen und Hunderttausende von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in der gesamten EU zu schützen", erklärte Sozialkommissar Nicolas Schmit. Der Vorschlag muss noch mit den EU-Ländern und dem Europaparlament abgestimmt werden. (dpa/jk)

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