Gasag-Chef Gerhard Holtmeier unterstreicht im ZfK-Interview die Bedeutung einer klimaschonenden Quartiersentwicklung für das Unternehmen.

Gasag-Chef Gerhard Holtmeier unterstreicht im ZfK-Interview die Bedeutung einer klimaschonenden Quartiersentwicklung für das Unternehmen.

Bild: © GASAG

Der Vorstandsvorsitzende der Gasag, Gerhard Holtmeier, wird das Unternehmen zum Monatsende verlassen. Vor dem Hintergrund des Konsortialvertrages zwischen Engie und Vattenfall habe der promovierte Jurist um die Beendigung seines Vertrages gebeten, heißt es dazu in einer Pressemitteilung vom Freitagabend. Der Gasag-Aufsichtsrat hat dem bereits zugestimmt, heißt es weiter. Man habe die Zusammenarbeit einvernehmlich beendet.

Holtmeier habe die Gasag in den vergangenen drei Jahren zu einem nachhaltigen und zukunftsfähigen Energiedienstleister weiterentwickelt“, lässt sich Manfred Schmitz, der Aufsichtsratsvorsitzende der Gasag in der Mitteilung zitieren.

Der Neue kommt von Vattenfall

Holtmeiers Nachfolge ist bereits geregelt: Zum 1. April 2021 übernimmt Georg Friedrichs. Der 52-Jährige ist seit 20 Jahren in verschiedenen leitenden Funktionen in der Vattenfall-Gruppe tätig. Neben zentralen strategischen Funktionen wie der Unternehmensentwicklung in Deutschland verantwortete er als Geschäftsführer auch operative Geschäftseinheiten wie die Vattenfall Europe Windkraft oder die Fernwärme Hamburg. Friedrichs ist gelernter Bankkaufmann und studierter Jurist.  

Schmitz ist laut der Mitteilung froh, mit Friedrichs kurzfristig und nahtlos einen erfahrenen Energie- und Wärmewende-Manager für die Gasag gewinnen zu können. Er bringe umfassende Erfahrungen mit Energie-Infrastrukturen und dem Wärmegeschäft mit, aber auch ein tiefes Verständnis für erneuerbare Energien und den aktuellen Wandel der Energiewirtschaft, betont der Aufsichtsratschef.

"Fassungslosigkeit" bei der Gasag

Wie der Berliner Tagesspiegel berichtet, schlägt die Personalie Gasag-intern hohe Wellen. Man sei „fassungslos“ über den Weggang von Holtmeier. Im Raum steht laut dem Bericht der böse Verdacht, dass Engie und Vattenfall sich zusammengetan hätten, um sich mithilfe des neuen Mannes an der Spitze Vorteile gegenüber dem dritten Gasag-Aktionär Eon zu verschaffen.

Holtmeier übernahm bei der Gasag zum 1. April 2018 von Vera Gäde-Butzlaff, die sich in den Ruhestand verabschiedet hatte. Er kam von der Thüga AG, wo er Vorstand war. Davor gehörte Holtmeier dem Vorstand der Leipziger Verbundnetz Gas AG (VNG) an und verantwortete das Ressort Gasverkauf und Technik.

Im Streit um das Gasnetz gegen den Senat behauptet

Der Volljurist gilt als ebenso erfahrener wie umtriebiger Energiemanager. Nach jahrelangem Streit war der Berliner Senat kürzlich damit gescheitert, das Berliner Gasnetz zu verstaatlichen. Der Bundesgerichtshof entschied, dass das Netz vorerst in der Hand der Gasag verbleibt. (amo)

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