Der Vertrag von Maik Wortmeier, Vorsitzender der Geschäftsführung der NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg, wird vorzeitig bis Mitte 2025 verlängert. Dies entschied jetzt die Gesellschafterversammlung, teilte die Mutter Gasag am Montag der ZfK mit. Wortmeier ist gleichzeitig Technischer Geschäftsführer und hat beide Positionen seit Juli 2017 inne. Sein kaufmännischer Kollege ist Frank Behrend.
Der Fünf-Jahres-Vertrag des 52-Jährigen wäre nach bundesweiten Gepflogenheiten Mitte 2021 zur Verlängerung angestanden, ein Jahr vor Auslaufen des alten Kontraktes – jetzt hat man sich zwei Jahre früher geeinigt. Gasag-Chef Gerhard Holtmeier lobte Wortmeier für seinen "hohen Sachverstand".
Endlos scheinender Konzessionsstreit
Die NBB ist eine der bundesweit größten Verteilnetzbetreiberinnen: Sie versorgt die Bundeshauptstadt und große Teile Brandenburgs und greift bis nach Sachsen und Sachsen-Anhalt aus. Sie übernimmt auch die Betriebsführung weiterer Strom-, Wasser- und Fernwärmenetze für verschiedene Stadtwerke und Netzbetreiber.
Mit dem Land Berlin befindet sich die NBB in einem Konzessionsstreit: Das Land vergab das Gasnetz an seine Neugründung "Berlin Energie". Dagegen klagten NBB/Gasag erfolgreich vor dem Landgericht, drangen aber diesen April in der nächsten Instanz, dem Kammergericht, nicht damit durch, dass die Konzession gleich an sie geht. Vielmehr muss das Verfahren neu aufgerollt werden. Bis zu einem neuen, gerichtsfesten Konzessionsentscheid verlängern die NBB/Gasag und der Stadtstaat den Konzessionsvertrag jeweils um ein weiteres Jahr. Der Gasag-Gruppe liegt die Urteilsbegründung des Kammergerichts noch nicht vor, teilte sie der ZfK mit. Diese ist aber unter anderem maßgeblich für die Entscheidung beider Kontrahenten, ob sie Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof einlegen.
NBB dreht deutlich ins Minus
Auch über das Stromverteilnetz befindet sich das Land Berlin im Streit mit dem Altkonzessionär: Die Vattenfall-Tochter "Stromnetz Berlin" hatte zuletzt im Juli gegen die Vergabe an "Berlin Energie" beim Landgericht eine Einstweilige Verfügung beantragt.
Die NBB wies voriges Jahr einen Jahresfehlbetrag von knapp 18 Mio. Euro aus, nach +9 Mio. Euro 2017. Sie führte diese negative Entwicklung in dem im Februar abgeschlossenen Geschäftsbericht 2018 unter anderem auf eine niedrigere regulatorische Erlösobergrenze zurück. Sie führte dazu, dass der Netzentgelterlös trotz leicht gestiegener Transportleistung um gut vier Prozent sank. (geo)



