Das Homeoffice verursacht bei Mitarbeitern Mehrkosten.

Das Homeoffice verursacht bei Mitarbeitern Mehrkosten.

Bild: © Jens Kalaene/dpa

Die steigende Inflation verschärft in vielen Unternehmen den Kostendruck; gleichzeitig steigen die Erwartungen der Mitarbeiter: Führungskräfte müssen sparen, ohne Mitarbeitende zu verlieren. Steigende Heizkosten sind hierbei besonders sensibel zu handhaben, wie eine Studie der SAP-Tochter Concur zeigt.

Demnach sind fast drei Viertel der Mitarbeitenden in Deutschland (70 Prozent) aufgrund der gestiegenen Lebenshaltungskosten um ihre eigenen Finanzen besorgt. Die Sorge führe mitunter dazu, dass 53 Prozent der Mitarbeitenden mehr Zeit im Büro verbringen wollen, um den privaten Energieverbrauch zu senken – vorausgesetzt ihr Arbeitgeber passt die Ausgabenrichtlinie nicht an die gestiegene Inflationsrate an.

Lebenshaltungskosten subventionieren

Gleichzeitig geben 42 Prozent der Mitarbeitenden an, dass ihr Arbeitgeber sie ermutigt, im Homeoffice zu arbeiten, um Strom- und Heizkosten im Büro zu sparen. Ein Dilemma, das sich mit sinkenden Temperaturen weiter verschärfe, so die Studienautoren.

Dabei hätten viele Unternehmen ihren Mitarbeitenden bereits finanziell unter die Arme gegriffen. So geben 50 Prozent der Befragten an, dass ihr Arbeitgeber bereits eine einmalige Zahlung geleistet hat, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten zu subventionieren. Damit haben die Unternehmen ein wichtiges Anliegen ihrer Mitarbeitenden bereits erfüllt: 61 prozent von ihnen bestätigen, dass eine einmalige Zahlung zur Deckung der Lebenshaltungskosten hilfreich wäre.

Mitarbeitende gehen häufig in Vorkasse

Weitere 40 Prozent sagten demnach, dass Tankgutscheine oder Erstattungsmöglichkeiten von Pendlerkosten wünschenswert wären. Um die Arbeitszufriedenheit zu steigern, wünschen sich drei Viertel der Mitarbeitenden (75 Prozent) jedoch eine weitreichendere Entlastung durch eine Gehaltserhöhung. Auch flexible Arbeitszeiten wären laut 55 Prozent der Befragten von Vorteil.

Wenn die finanzielle Lage angespannt sei, könnten laut Studie auch Reisekosten und Mitarbeiterausgaben im Homeoffice zur Belastungsprobe werden. Denn hier gehen Mitarbeitende häufig in Vorkasse. 69 Prozent der Angestellten befürchten, dass sich verzögerte Kostenerstattungen negativ auf ihre Finanzen auswirken. 28 Prozent der Finanz- und Personalentscheider sagen, dass die derzeitige Wirtschaftslage dazu führen könnte, dass die Ausgaben erst verspätet zurückgezahlt werden und Mitarbeitende dadurch finanzielle Engpässe erleiden können.

Ausgabenrichtlinien anpassen

Auch komplizierte und undurchsichtige Prozesse können die finanzielle Lage der Mitarbeitenden beeinträchtigen: 47 Prozent gaben an, dass der Abrechnungsprozess in ihrem Unternehmen so zeitaufwendig ist, dass sie kleinere Beträge gar nicht erst zurückfordern. 68 Prozent befürchten, dass sie aufgrund nicht eingereichter Ausgaben finanzielle Einbußen erleiden.

Wenn Ausgabenrichtlinien an die steigende Inflation angepasst werden, kann das enorm zur Mitarbeiterzufriedenheit beitragen. Darüber waren sich 29 Prozent der Personal- und Finanzentscheider im Klaren. Ausgabenrichtlinien beugen aber auch den Bedenken der Mitarbeitenden vor, etwa bei der Reisekostenabrechnung etwas falsch zu machen.

Arbeitsmodelle hinterfragen

So befürchtet rund die Hälfte der Befragten, dass ihre Vorgesetzten schlecht über sie denken könnten, wenn ihre Abrechnungen hoch sind (54 Prozent) oder, dass sie unbeabsichtigt Betrug begehen könnten, indem sie Fehler machen oder nicht autorisierte Ausgaben tätigen (51 Prozent). 60 Prozent machen sich außerdem Sorgen, dass sie einen Vorgesetzten in Schwierigkeiten bringen, wenn sie fehlerhafte Abrechnungen einreichen.

"Angesichts steigender Lebenshaltungskosten ist es für Unternehmen noch wichtiger geworden, ihre Richtlinien zu hybriden Arbeitsmodellen und ihre Ausgabenmanagementprozesse zu hinterfragen", sagt Götz Reinhardt, Managing Director MEE bei SAP Concur. "Der Umgang mit Mitarbeiterausgaben – allen voran Reisekosten spielt eine wichtige Rolle bei der Mitarbeiterbindung. Veraltete Richtlinien und langwierige Prozesse, die vielleicht nicht ideal, aber weithin akzeptiert waren, können für Mitarbeitende und Unternehmen jetzt zum Problemfaktor werden."

Kostenerstattung beschleunigen

Automatisierung könne dazu beitragen, Prozesse wie die Kostenrückerstattung zu beschleunigen und gleichzeitig Unsicherheiten rund um die Einreichung von Reisekosten erheblich zu reduzieren. Trotzdem verließen sich viele Unternehmen noch zu sehr auf manuelle Prozesse, ergänzt Reinhardt. (jk)

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