Bei Hamburg Wasser sollen sich die Wogen glätten, denn bald hat das kommunale Unternehmen wieder eine vollständige Geschäftsführung. Der Aufsichtsrat hat Heike Maier zum 1. November als Kaufmännische Geschäftsführerin bestellt. Sie wird Hamburg Wasser gemeinsam mit dem Technischen Geschäftsführer Martin Gerhardt leiten. Die beiden haben mit dem Projekt, über das ihre Vorgänger stolperten, eine große Herausforderung vor sich.
Stürmische Zeiten dank Klärschlammverwertungsanlage
Im März vergangenen Jahres berief der Aufsichtsrat die beiden Geschäftsführenden Ingo Hannemann und Gesine Strohmeyer. Das Bauprojekt "Vera II" war in die Kritik geraten. Die Kosten für die Klärschlammverwertungsanlage waren seit dem Baustart 2021 explodiert: In den ersten vier Jahren gab es eine Steigerung von 50 Prozent auf knapp 300 Millionen Euro.
Laut "Hamburger Abendblatt" hatte Strohmeyer bereits frühzeitig intern auf Mängel beim Projektmanagement und bei der Kontrolle von Vera II hingewiesen. Ihre Kritik führte demnach zu Spannungen mit Hannemann. Dieser wiederum erklärte gegenüber der ZFK, er habe den Aufsichtsrat immer transparent über die Kosten informiert.
Nach dem Aus der Geschäftsführenden übernahmen die beiden ehemaligen Geschäftsführer Michael Beckereit und Frank Herzog die Geschäfte im Interim. Im April löste Martin Gerhardt bereits Beckereit ab. Nun hat er eine dauerhafte Kollegin.
Mit Maier bekommt Hamburg eine Finanzmanagerin
Heike Maiers berufliche Schwerpunkte liegen in den Bereichen Finanzmanagement, Mergers & Acquisitions, Organisationsentwicklung sowie der Steuerung komplexer internationaler Projekte, teilte Hamburg Wasser mit. Bei Beiersdorf verantwortete sie unter anderem als Co-Managing Director die Integration europäischer Logistik-Hubs. Anschließend leitete sie über zwölf Jahre die Bereiche Finance, Compliance und IT am Hamburger Standort von Tesa. Seit Januar 2024 ist Heike Maier als Geschäftsführerin der E. H. Worlée & Co. in Hamburg tätig.
"Mit Heike Maier konnten wir eine erfahrene Führungspersönlichkeit für Hamburg Wasser gewinnen, die strategischen Weitblick mit großer Expertise in Finanzen, Organisation und Transformationsprozessen verbindet", erklärt Katharina Fegebank, Hamburgs Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft. "Sie bringt die Fähigkeit mit, Menschen für gemeinsame Ziele zu gewinnen und Veränderungen erfolgreich umzusetzen."
Diese Fähigkeiten wird die Managerin auch brauchen: Mittlerweile liegt der freigegebene Kostenrahmen für Vera II bei 396,4 Millionen Euro. Es ist eine Verdreifachung zur ursprünglichen Prognose. Auf das Projekt schauen Politik, Öffentlichkeit und auch der Bund der Steuerzahler aufmerksam.