Tobias Brosze arbeitet seit 2012 bei den Mainzer Stadtwerken und ist dort seit September 2014 Technischer Vorstand.

Tobias Brosze arbeitet seit 2012 bei den Mainzer Stadtwerken und ist dort seit September 2014 Technischer Vorstand.

Bild: © Mainzer Stadtwerke

Es ist eine bemerkenswerte Personalie und ein Stück weit eine Überraschung: Tobias Brosze, seit neun Jahren Technischer Vorstand der Mainzer Stadtwerke und Leiter des Ausschusses Digitalisierung beim VKU, wird neuer geschäftsführender Gesellschafter beim Infrastrukturinvestor Palladio Kommunal.

Er übernimmt dort die Aufgabe von Timo Poppe, der seit Anfang des Monats Vorstandsvorsitzender des Helmstedter Abfallkonzerns Energy from Waste ist. Das Kuriose an der Sache: Mit Tobias Brosze wechselt bereits unmittelbar hintereinander der zweite Leiter des VKU-Ausschusses Digitalisierung in die Privatwirtschaft.

Der 44-jährige Energiemanager hat die Arbeit des Infrastrukturinvestors Palladio Partners bereits aus der Nähe kennengelernt. Ebenso wie Palladio engagiert er sich bei der „Initiative Deutsche Infrastruktur“ – einem unabhängigen Verband, der sich dafür einsetzt, dass mehr privates Kapital in deutsche Infrastruktur fließen kann. Mitglieder sind alle relevanten Interessensgruppen, vor allem Vertreter deutscher Altersvorsorgeeinrichtungen.

"Finde Ansatz von Palladio sehr überzeugend"

Palladio legt primär die Gelder deutscher Altersvorsorgeinvestoren, unter anderem Pensionskassen und Versicherungen langfristig in entsprechende Projekte an.

„Es gibt künftig eine erkennbare Notwendigkeit, die Finanzierungsmöglichkeiten für Infrastrukturprojekte deutlich zu erhöhen. Hier finde ich den Ansatz von Palladio sehr überzeugend“, sagt Brosze im Gespräch mit der ZfK. Das Zusammenbringen von deutschem Altersvorsorgekapital und Investitionsherausforderungen der Daseinsvorsorge sei „ein hervorragendes Modell“.

Palladio habe eine sehr langfristige Investitionsstrategie. „Ich kenne die technischen Herausforderungen der Digitalisierung und der Energiewende und weiß, wie man über Machbares und Nicht-Machbares sprechen muss“, sagt Brosze.

"Traue mir zu, Stadt- und Gemeinderäte von diesem Modell zu überzeugen"

Gleichzeitig sei er in der Lage, über die damit verbundenen Investitionsherausforderungen und deren Umsetzung zu sprechen. „Ich glaube, dass ich an dieser Schnittstelle mit meinen Erfahrungen aus der Kommunalwirtschaft helfen kann und traue mir auch zu, künftig Stadt- und Gemeinderäte von diesem Modell zu überzeugen“, so Brosze. 

Hierzu bringe er vielseitige Erfahrungen ein. Beispielsweise nahmen die Mainzer Stadtwerke bereits 2015 den damals weltweit größten Elektrolyseur für grünen Wasserstoff in Betrieb, legten Investitionsprogramme zu Themen wie Wasser, erneuerbare Energien, Glasfaser- und Stromnetzausbau auf und investierten in den Bau eines der größten Rechenzentren im Rhein-Main-Gebiet. Zuletzt war das Angehen der kommunalen Wärmewende einer von Broszes Hauptschwerpunkten.

"Ausgeprägt unternehmerischer und bundesweiter Ansatz"

Der Reiz noch einmal etwas komplett Neues zu machen und das mit einem ausgeprägten unternehmerischen und bundesweiten Ansatz sei groß. Als Vorstand der Mainzer Stadtwerke arbeite er an einer sehr großen Bandbreite an Themen. Künftig geht er davon aus, diese Bandbreite für den Aufbau flexibler Finanzierungsmodelle, die jeweils zu den Anforderungen des Themas und der Partner passen, nutzen zu können.

Die Wärmewende, Netzausbau und erneuerbare Energien, der Breitbandausbau, Mobilitätslösungen und Wasserstoff – das sind laut Brosze einige der prägenden Investitionsthemen in den nächsten Jahren.

"Wärmewende dürfte einer neuer Schwerpunkt unserer Aktivitäten sein"

Palladio hat in Deutschland bisher unter anderem bereits Beteiligungen in den Bereichen Glasfaser, Rechenzentren, erneuerbare Energien und Transport umgesetzt und will das Geschäft künftig auch auf den Bereich Wärme ausdehnen.

„Die Wärmewende dürfte ein neuer Schwerpunkt unserer Aktivitäten sein. Generell wird das Thema Wärme deutlich präsenter werden als es in den letzten Jahren war“. Brosze, der über sechs Jahre Geschäftsführer der Wärmegesellschaft der Mainzer Stadtwerke war, fühlt sich auch für diese Aufgabe gut aufgestellt.

Palladio Kommunal arbeitet mit Stadtwerken als Co-Finanzierer zusammen. Dabei ist der Inrastrukturinvestor bei der Ausgestaltung von Kooperationsmodellen flexibel und arbeitet zurzeit an einem Lösungsbaukasten mit unterschiedlichen Ausprägungen.

Seit 2014 Technischer Vorstand in Mainz

Brosze arbeitet seit 2012 bei den Mainzer Stadtwerken und leitete zunächst als Prokurist unter anderem den Geschäftsbereich Organisation/IT und Beschaffung. 2014 ernannte ihn der Stadtwerke-Aufsichtsrat mit Wirkung zum 1. September 2014 zum Technischen Vorstand des kommunalen Unternehmens.

In seine Zuständigkeit und Verantwortung fallen unter anderem die Geschäftsbereiche Konventionelle Energieerzeugung und Erneuerbare Energien, die Wärmeerzeugung und –verteilung, der Netzbereich sowie die Themen Innovationsmanagement, Organisation, IT und Beschaffung. (hoe)

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