Untersucht wurden 28 deutsche Energieversorger – von den großen landesweit agierenden Playern bis hin zu kleineren und mittleren Stadtwerken.

Untersucht wurden 28 deutsche Energieversorger – von den großen landesweit agierenden Playern bis hin zu kleineren und mittleren Stadtwerken.

Bild: © Julien Eichinger/AdobeStock

Fast zwei Drittel (63 Prozent) der Befragten in Deutschland glauben, dass ihr Unternehmen innovativer ist, wenn die Mitarbeiter im Büro sind, so eine aktuelle Studie des Sonftwareanbieters VMware. Trotzdem sind 76 Prozent der Deutschen offenbar zufriedener, wenn sie von überall aus arbeiten können. Die vom Marktforschungsinstitut Vanson Bourne durchgeführte Studie "The Distributed Work Dilemma: When Innovation and Job Satisfaction Compete" (dt: "Das Dilemma der verteilten Arbeit: Wenn Innovation und Arbeitszufriedenheit miteinander konkurrieren") zeigt somit ein Dilemma mit potenzieller Sprengkraft auf.

Denn gleichzeitig berichtet mehr als die Hälfte (56 Prozent) der im europäischen Raum befragten Unternehmen mit hybrider Arbeitsweise, dass die Arbeitsmoral, die Kreativität (52 Prozent) und die Zusammenarbeit (53 Prozent) in ihren Teams seit der Zeit vor der Pandemie zugenommen haben.

Maßnahmen ohne Gewissheit

So könnten Führungskräfte ihre Mitarbeiter wieder ins Büro schicken - in dem Glauben, dass sie dadurch innovativer und produktiver würden. Allerdings gebe es keine Gewissheit, ob dies zu einem tatsächlichen Mehrwert führt, wie die Studienautoren schreiben.

Tatsächlich verfüge ein höherer Prozentsatz von Unternehmen mit Richtlinien für ortsunabhängiges und hybrides Arbeiten über formale Messgrößen, um Innovationen und ihre Auswirkungen auf das Unternehmen und die Mitarbeiter zu messen. Nahezu alle europäischen Unternehmen mit Richtlinien für ortsunabhängiges Arbeiten (97 Prozent) hätten demnach Messgrößen, um das Innovationsniveau zu überwachen. Dem stehen 82 Prozent der Unternehmen mit einer reiner Büropräsenz gegenüber.

"Die zunehmende wirtschaftliche Unsicherheit treibt Unternehmen dazu, sich noch stärker auf Innovation und Produktivität zu konzentrieren", sagt Ralf Gegg, Vice President End-User Computing VMware EMEA. "Dies sollte jedoch nicht auf Kosten der Fortschritte gehen, die bei der Entwicklung flexiblerer Arbeitspraktiken erzielt wurden."

Hybride Arbeit macht engagierter

Untersuchungen hätten gezeigt, dass hybride Arbeitsformen zu zufriedeneren, engagierteren und besser zusammenarbeitenden Teams führten, was sich in einer höheren Produktivität niederschlagen könne, so Gegg weiter. "Die Mitarbeiter sind der Meinung, dass sie bessere Leistungen erbringen können, wenn sie die Möglichkeit haben hybrid zu arbeiten und sie die entsprechenden Tools nutzen können. Unsere Untersuchung legt nahe, dass mehr Unternehmen formale Messgrößen definieren sollten, damit die qualitative Wahrnehmung mit konkreten, quantifizierbaren Werten untermauert werden kann."

Fast drei Viertel (72 Prozent) der befragten Unternehmen in der EMEA-Region planen demnach, in den nächsten 12 Monaten deutlich mehr in ihre digitale Kultur zu investieren. In Deutschland seien es mit 78 Prozent sogar noch mehr. Rund ein Drittel der deutschen Unternehmen (31Prozent) legt der Befragung zufolge den Schwerpunkt auf Investitionen, die Innovation und Kreativität fördern.

Digitale Lösungen, um Produktivität zu steigern

Von den Unternehmen, bei denen die Investitionen in Automatisierung gestiegen sind, investiert die Hälfte in Lösungen zur Produktivitätssteigerung der Mitarbeiter. Darüber hinaus wollen 40 Prozent durch Automatisierung Innovationen beschleunigen, während 50 Prozent schnellere und kostengünstigere Abläufe anstreben.

Die höchsten Investitionen sind bei Unternehmen mit hybriden oder ortsunabhängigen Arbeitsplätzen zu verzeichnen, im Gegensatz zu Unternehmen mit reinen Büroarbeitsplätzen, heißt es. Geschäftliche Innovation und Produktivität haben also Vorrang, müssen aber nicht auf Kosten der Flexibilität des Arbeitsplatzes gehen.

"Wir gehen nicht davon aus, dass es eine große Trendwende geben wird und die Mehrzahl der Mitarbeiter gezwungen wird, wieder komplett im Büro zu arbeiten", sagt Gegg.

Unternehmen sollten weiterhin das richtige Gleichgewicht zwischen der Förderung von Innovationen und der Motivation und Produktivität der Mitarbeiter finden. Durch Investitionen in Tools für die digitale Zusammenarbeit, Automatisierung und teambildende Maßnahmen könnten Unternehmen demnach ihre Effizienz und ihren Erfolg steigern und gleichzeitig die Flexibilität bieten im Büro, von zuhause oder mobil zu arbeiten. (jk)

Zur Studie

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper