Die Stadtwerke Potsdam wurden im Ranking der "Attraktivsten Arbeitgeber der Region" von Statista auf Basis einer Befragung Tausender Arbeitnehmer zu einem der Gewinner gekürt. Womit punktet das Unternehmen bei seinen Mitarbeitenden? Und was macht es so beliebt? Das wollten wir von Heike Schirrmeister, Leiterin Personal der Stadtwerke Potsdam, wissen.
Informationen zur Umfrage: Im April und Mai 2024 nahmen rund 9000 Arbeitnehmer an der Befragung teil. Statista hatte dafür zusammen mit "Capital" 2500 Arbeitgeber mit 250 bis 5000 Mitarbeitenden aus 20 Städten und vier Regionen ausgewählt und die Beschäftigten vor Ort abstimmen lassen. Die Teilnehmer bewerteten dabei auch, ob die Unternehmen sowohl wirtschaftlich erfolgreich als auch gemeinnützig tätig sind – und wie ihre soziale Verantwortung gegenüber den Beschäftigten wahrgenommen wird.

Frau Schirrmeister, bitte vervollständigen Sie diesen Satz: "Arbeiten bei den Stadtwerken Potsdam bedeutet für mich …"
... jeden Tag mit einem großartigen Team dazu beizutragen, dass ein Stück dieser Stadt funktioniert. Als gebürtige Potsdamerin ist es etwas ganz Besonderes für mich, in meiner Heimatstadt wirken zu können. Es bedeutet, für einen Verbund tätig zu sein, mit dem ich viele persönliche Erinnerungen verbinde: In den Bädern der Bäderlandschaft habe ich als Kind schwimmen gelernt, bei "Energie und Wasser Potsdam" habe ich meinen ersten Stromvertrag für meine erste eigene Wohnung abgeschlossen und mit den Straßenbahnen unserer Verkehrsbetriebe bin ich in meiner Jugend zum Tanzen in die Clubs gefahren.
Und als Mitarbeiterin dürfen Sie jetzt sogar kostenlos in die Schwimmbäder?
Tatsächlich sehr erfreulich, um etwas für die eigene Gesundheit zu tun – natürlich unter Berücksichtigung der Versteuerung des geldwerten Vorteils. Ein attraktives Arbeitsumfeld besteht für uns nicht nur aus flexiblen Arbeitszeiten oder mobilem Arbeiten – auch wenn wir beides dort ermöglichen, wo es die Tätigkeit zulässt. Viel wichtiger ist uns, dass sich unsere Mitarbeitenden gesehen und ernst genommen fühlen – unabhängig davon, ob man am Schreibtisch oder draußen an den Standorten arbeitet.
Unsere Benefits sind deshalb genauso vielfältig wie unsere Mitarbeitenden: Von Impfangeboten und Vorsorgeuntersuchungen über kostenfreie psychologische Beratung bis hin zu ergonomischer Arbeitsplatzausstattung oder der Möglichkeit für wohltuende Massagen – wir versuchen, gezielt auf unterschiedliche Bedürfnisse einzugehen.
Das sind zahlreiche Benefits.
Heute gehört es für viele Arbeitgeber dazu, einen "bunten Strauß" an Benefits anzubieten – um neue Talente zu gewinnen, aber vor allem auch, um Mitarbeitende langfristig zu halten. Ich bin jedoch überzeugt: Was wirklich zählt, geht darüber hinaus. Beschäftigte langfristig zu binden, gelingt aus meiner Sicht nur, wenn sie sich mit ihrem Unternehmen identifizieren, wertgeschätzt und ernst genommen fühlen.
Und was schafft echte Identifikation mit dem Unternehmen?
Gerade viele jüngere Beschäftigte, aber nicht nur diese, suchen heute nach einer sicheren und sinnstiftenden Arbeit, herausfordernden Aufgaben sowie guter Führung. Mitarbeitende wollen sich aktiv ins Unternehmen einbringen und durch ihre tägliche Arbeit aktiv mitgestalten. Wir brauchen Führungskräfte, die sich als Coach und Mentor verstehen, die die Eigenverantwortung und die Entwicklung der Mitarbeitenden stärken und die Potenziale ihrer Teams entfalten.
Zur Unterstützung bieten wir zum Beispiel an, Entwicklungspläne zu erarbeiten und beraten Führungskräfte sowie Mitarbeitende zu Schulungs- und Entwicklungsangeboten.
Was motiviert, die eigene Wirkung sichtbar zu erleben?
Die Stadtwerke sind eine angesehene Marke in Potsdam. Viele von uns werden im privaten Umfeld auf aktuelle Themen angesprochen – auch das stärkt das Zugehörigkeitsgefühl und macht stolz. Ich finde es großartig, tagtäglich in der Stadt zu sehen, welchen Beitrag die Kolleginnen und Kollegen im Zusammenspiel mit dem Team leisten – für die Potsdamer und für die Gemeinschaft.
Wenn etwa ein Ingenieur an Konzepten für ein neues Stadtgebiet oder an einer Geothermie-Anlage für nachhaltige Stromversorgung mitwirkt, dann sieht er das Ergebnis seiner Arbeit im Anschluss direkt in der Stadt. Wer Verantwortung für die Zukunft übernehmen möchte, findet bei uns genau die richtige Aufgabe.
Wie spiegelt sich das Image in den Unternehmenswerten der Stadtwerke Potsdam wider?
Das ist eine sehr gute Frage. Bei den Stadtwerken haben wir gerade eine neue Strategie entwickelt, die unsere Ziele und Werte verdeutlichen sollen. Unsere Vision lautet:
"Wir, die Stadtwerke-Familie, treiben die klimafreundliche und zuverlässige Daseinsvorsorge für unser lebenswertes Potsdam voran und erbringen mit Herz innovative und nachhaltige Leistungen für ALLE."
Was bedeutet die Umsetzung für das HR-Team?
Ganz konkret: Auf Basis der neuen Strategie haben mein Team und ich in den vergangenen Monaten eine neue Personalstrategie entwickelt und gemeinsam zahlreiche Maßnahmen definiert, an denen wir in den kommenden Jahren arbeiten wollen. So zahlen zum Beispiel folgende Ziele und Initiativen auf die neue Unternehmensstrategie ein:
- die Etablierung einer einheitlichen HR-IT-Landschaft im Rahmen der HR-Digitalisierung – hier ist das Projekt bereits im Januar 2025 gestartet,
- der Aufbau einer gemeinsamen Arbeitgebermarke und die Entwicklung einer Employee-Value-Präposition (EVP)
- und als dritter wichtiger Aspekt, die Erarbeitung und Umsetzung eines Konzeptes zum Talentmanagement sowie der Ausbau einer systematischen Personalentwicklung.
Die Vision spricht von Innovation und Nachhaltigkeit – woran genau wird das sichtbar?
Mit unseren rund 1900 Arbeits- und Ausbildungsplätzen zählen wir zu den 25 größten Arbeitgebern im gesamten Land Brandenburg. Gleichzeitig beauftragen wir zahlreiche, regionale Unternehmen, wodurch wir die Wirtschaft in Brandenburg stärken. Unsere Mitarbeitenden arbeiten an zentralen Zukunftsprojekten, die nicht nur Potsdam, sondern die gesamte Region nachhaltig verändern. Die Unternehmen der Stadtwerke Potsdam müssen und werden die Energie-, Wärme- und Verkehrswende in Potsdam stemmen.
Ein Beispiel für unsere Innovationskraft ist die urbane Datenplattform der Stadt Potsdam. Entwickelt wurde die Plattform von unserem Smart-City-Team aus unserer Verbund-IT. Seit letzten Sommer erfreut sich die Fahrzeugflotte unserer STEP über Potsdams erstes vollelektrisches Abfallsammelfahrzeug und liefert damit einen wichtigen Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit. KI-gestützte Kehrmaschinen analysieren während der Fahrt den Zustand der Straßen und ermöglichen uns, die Sauberkeit in Potsdam effizienter zu planen.
Unsere Kolleginnen und Kollegen im Stadtwerke-Verbund arbeiten mit großem Engagement an solchen Projekten – und freuen sich, wenn sie diese innovativen und nachhaltigen Ansätze nicht nur entwickeln, sondern auch umsetzen können.
Das Statistikportal zeigt zudem deutlich: Beschäftigte legen großen Wert darauf, ob ein Unternehmen soziale Verantwortung übernimmt. Wie steht Ihr Arbeitgeber in diesem Punkt da?
Soziale Verantwortung ist für uns zentral. Wir unterstützen zahlreiche gemeinnützige Projekte, Sportvereine und kulturelle Initiativen in der Region – ein starkes Zeichen für soziale Verantwortung vor Ort. Ein Beispiel ist unsere Crowdfunding-Aktion "20 für Potsdam". Über die Jahre konnten wir bereits über 170 Projekte fördern – vom Breitensport über Kultur bis Schulen – gemeinsam mit über 11.000 Unterstützer:innen. Ein wichtiger Beitrag für das Gemeinwesen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Welche Maßnahmen ergreifen die Stadtwerke Potsdam im Bereich ESG (Environmental, Social and Governance)?
Wir bekennen uns zu einer nachhaltigen Unternehmensführung, die ökologische, soziale und gesellschaftliche Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. Dazu zählen faire und nachhaltige Lieferketten sowie eine Unternehmenskultur, die Vielfalt, Chancengleichheit und ein respektvolles Miteinander fördert.
Ein konkretes Beispiel: Wir haben einen entsprechenden Verhaltenskodex eingeführt, der für unsere Dienstleister gilt. Denn viele Beschäftigte möchten heute sicher sein, dass sie für ein Unternehmen arbeiten, das verantwortungsvoll handelt – nicht nur nach innen, sondern auch entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Im Vorgespräch erwähnten Sie, dass Sie im Anschluss an das Interview noch an einem Firmenquiz teilnehmen?
Ja, da bin ich selbst gespannt, was mich erwartet, da ich zum ersten Mal an diesem Format teilnehme. Allein aus dem Personalbereich haben wir mehrere Teams angemeldet; aus dem gesamten Verbund können über 30 Teams unter anderem Fragen zum Unternehmen beantworten. Das Ganze findet in lockerer Atmosphäre statt. Und genau das macht die Stadtwerke Potsdam aus: Wir sind eine Art Familie mit einem großartigen Teamgeist.
Bald steht wieder unser jährliches Sommerfest an; letztens wurden wir von unserer Geschäftsführerin zum Frauenabend eingeladen. Es gibt über das gesamte Jahr verteilt diverse Veranstaltungen, Sportturniere oder Firmenläufe und damit die Möglichkeit, gemeinsam zusammenzukommen.
Das Interview führte Boris Schlizio




