Zur Eröffnung kamen unter anderem Simone Peter (Mitte), Präsidentin des Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) und Michael Kellner (Mitte links), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).

Zur Eröffnung kamen unter anderem Simone Peter (Mitte), Präsidentin des Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) und Michael Kellner (Mitte links), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).

Bild: © Vincent Pötzsch

Das Programm ist straff: In nur zwei Wochen durchlaufen die Handwerker verschiedene Schulungen für Solarmonteure oder eine Weiterbildung für Elektriker. Danach geht es in die Montagebegleitung auf die Hausdächer, unter Anleitung durch erfahrene Vorarbeiter und Kollegen. "Die eigentliche Erfahrung wird auf der Baustelle erworben", sagt Hauke Kaiser, Chefausbilder der Enpal-Akademie.

Das Solar-Unicorn bildet bereits seit Januar 2021 seine eigenen Solar-Handwerker in der eigenen Akademie aus. Jetzt hat das Startup diese mit einem neu errichteten Schulungszentrum vergrößert. Im brandenburgischen Blankenfelde-Mahlow südlich von Berlin wurde es nun eingeweiht.

Ein Enpal-Mitarbeiter erklärt, wie die Solarmodule aufs Dach montiert werden. Dazu nutzt das Unternehmen eigens entwickelte Dachhaken.Bild: © Vincent Pötzsch

Handwerker-Pool vergrößern

"Wir wollen schnell und stark wachsen, und das geht nur mit eigenen Leuten", sagt Wolfgang Gründinger, Chief Evangelist bei Enpal. Das junge Unternehmen wolle den Pool an Fachkräften vergrößern, statt sie anderen abzuwerben.

Die neue Akademie ermögliche es Enpal, monatlich bis zu 120 neue Solarmonteure und Elektriker zu qualifizieren. Mithilfe der eigens ausgebildeten Fachkräfte installiert das Startup 80 Prozent der monatlich rund 2000 neuen Solarlösungen; den Rest decken lokale Partnerbetriebe ab.

Drei Ausbildungsberufe

10 bis 40 Module installiert Enpal pro Hausdach. Normalerweise genügt dafür ein Tag, bei großen Dächern sind es auch eineinhalb Tage. Dazu schickt das Solarunternehmen seine Monteure in Viererteams auf die Baustelle.

In der Akademie werden drei Berufe ausgebildet. Dachmonteure richten die Panels ein. Elektrohelfer führen die elektrischen Vorarbeiten aus und Elektriker nehmen die Anlage schließlich in Betrieb. Dabei laden die Monteure noch auf der Baustelle Fotos von ihrer Arbeit in einer App hoch. Zwei Mitarbeiter aus dem Qualitätsmanagement prüfen dann in Echtzeit, ob alle Anlagen richtig installiert sind.

Wenig Erfahrung mit Solaranlagen

"Elektriker, die wir vom Markt bekommen, haben wenig Erfahrung mit Solaranlagen", sagt Manuel Lippert, der die Enpal Montage GmbH leitet, ein hundertprozentiges Tochterunternehmen von Enpal. Deshalb habe das Startup im Jahr 2021 beschlossen, selbst Fachkräfte auszubilden.

"Enpal handelt, anstatt den Fachkräftemangel zu beklagen", erklärt Michael Kellner, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. "Mit geschulten Monteuren wird die Energiewende vorangebracht!"

Manuel Lippert, Geschäftsführer der Enpal Montage, erläutert das Konzept der Akademie.Bild: © Vincent Pötzsch

Flaschenhals der Energiewende

Mit der neuen Akademie wolle Enpal den Flaschenhals der solaren Energiewende lösen, sagt Enpal-Gründer und CEO Mario Kohle. Auch Quereinsteiger seien willkommen. "Mittlerweile sind viele Geflüchtete aus Syrien zu Solar-Monteuren ausgebildet worden, aber auch Personen, die während der Lockdowns ihren Job verloren haben."

"Die Solarteurin von heute ist die Klimaretterin von morgen", ergänzt Simone Peter, Präsidentin des Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE). "Auch angesichts der Kosten- und Versorgungskrise fossil-atomarer Energieträger ist die neue Enpal Akademie für Solar-Handwerker die logische Konsequenz aus diesen Krisen." (jk)

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