"Wir hätten uns im ersten Jahr unserer Verantwortung andere Zahlen gewünscht": 
Die Geschäftsführung der Stadtwerke Neumünster, bestehend aus Thomas Junker (links) und Timo Schmelzle, ist erst seit Januar 2017 im Amt und musste erst einmal eine interne Restrukturierung einleiten.

"Wir hätten uns im ersten Jahr unserer Verantwortung andere Zahlen gewünscht": Die Geschäftsführung der Stadtwerke Neumünster, bestehend aus Thomas Junker (links) und Timo Schmelzle, ist erst seit Januar 2017 im Amt und musste erst einmal eine interne Restrukturierung einleiten.

Bild: © Stadtwerke Neumünster

Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Neumünster (SWN) hat sich am Montagabend von deren Technischem Geschäftsführer Thomas Junker mit "sofortiger Wirkung" getrennt. Dies berichteten die "Kieler Nachrichten" am Dienstag (29. Januar) unter Berufung auf eine Mitteilung des Kontrollgremiums. Im Impressum der Stadtwerke-Website fehlte bereits Junkers Name. Eine Begründung für die Entpflichtung gab die Zeitung nicht an. Junker bestätigte indirekt in einer persönlichen Erklärung, die auch der ZfK vorliegt, seine Entlassung.

Ausdrücklich bleibt laut der Lokalpresse damit ein zweiköpfiges Führungsgremium übrig: es besteht aus dem neuen "Sprecher der Geschäftsführung", Bernd Michaelis (67), der schon vor seiner Pensionierung Chef der SWN gewesen war, und dem Kaufmännischen Geschäftsführer Tino Schmelzle. Die Neuausrichtung des schleswig-holsteinischen Kommunalkonzerns stehe an oberster strategischer Stelle, so der Aufsichtsrat laut "KN". Sie umfasse die Hauptziele höhere Effizienz und stärkere Ertragskraft. In einer der nächsten Sitzungen werde die künftige Führungsstruktur festgelegt.

Aus Junkers Erklärung

Die SWN hatten 2017 und 2018 Millionenverluste geschrieben. Deren Aufdeckung hält sich das ehemalige Duo Schmelzle/Junker zugute. Seit einem Jahr läuft ein Sanierungsprogramm, ohne betriebsbedingte Kündigungen. Für dieses Jahr ist ein Wirtschaftsplan verabschiedet, der die Rückkehr in die schwarzen Zahlen vorsieht. Vor dem Hintergrund des Defizits mussten mehrere Führungskräfte gehen, andere gingen aus eigenem Antrieb.

Junker drückt in seiner Erklärung sein Bedauern aus, dass der Aufsichtsrat ihm nun "verwehren möchte, den Weg von SWN weiter von führender Stelle aus zu begleiten und erwarte gespannt die Erklärung". Es stehe aber dem Kontrollgremium jederzeit zu, über die Führung der SWN zu entscheiden. Der Ex-Geschäftsführer kündigt kein Vorgehen gegen seine Entlassung an.

Kritik an Durchstechereien

Der Manager zeichnet das Verdienst, er habe mit seinem bisherigen Kollegen Schmelzle die "Ursachen der Misere" aufgedeckt und die SWN "in kurzer Zeit wieder auf einen erfolgversprechenden Kurs" gebracht. Dabei hätten sie teilweise unbeliebte Entscheidungen getroffen. Er kritisiert indirekt Durchstechereien bei den teilweise vertraulichen Vorgängen. Junker dankt den Mitarbeitern "für das Vertrauen" und äußert sich mit guten Wünschen optimistisch über die Zukunft der SWN, sofern sie das Programm fortsetzten. (geo)

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